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18.03.2011 Honduras / Menschenrechte

Jeden Tag stirbt eine Frau gewaltsam

In Honduras sind in den letzten Jahren Frauenmorde stetig angestiegen. Inzwischen ist das Land eines der gefährlichsten der Region
Ramón Custodio López

Umstrittener Menschenrechtler: Ramón Custodio López

Tegucigalpa. In Honduras sind in den letzten 74 Monaten rund 1.750 Frauen durch gewaltsame Umstände ums Leben gekommen, so Ramón Custodio López, der nationale Beauftragte für Menschenrechte. Ein im März 2011 erschienener Bericht der Nationalen Menschenrechtskommission CONADEH zeigt den jährlichen Anstieg der Frauenmorde.

Während es sich im Jahr 2005 um 175 Morde handelte, waren es 2006 schon 202, im darauffolgenden Jahr sogar 295 Morde. 2008 stieg die Anzahl auf 312 Tote, 2009 auf 363 und im Jahr 2010 auf insgesamt 343. Allein in den ersten zwei Monaten dieses Jahres sind schon über 60 Frauenmorde gemeldet. Inzwischen wird in Honduras somit umgerechnet jeden Tag eine Frau umgebracht.

Laut CONADEH fallen der Gewalt Frauen aller Altersstufen zum Opfer. Es handelt sich dabei ebenso um kriminelle Aktionen wie auch um häusliche Gewalt in der Ehe. Todesursachen sind vielfach Schussverletzungen, jedoch auch Enthauptungen, Erstickung, heftige Schläge, Verbrennungen, Vergewaltigungen und Folter.

Es wird geschätzt, dass über 80 Prozent der Frauenmorde aufgrund fehlender Ermittlungen unbestraft bleiben. 

Den starken Anstieg der Gewalt gegen Frauen stellen Frauenrechtsorganisationen wie das Zentrum für Frauenrechte (CDM) und feministische Bündnisse in Honduras auch in Zusammenhang mit dem Putsch im Juni 2009. Seitdem ist insgesamt die Gewalt, auch von Seiten des Militärs und der Polizei, stark angestiegen.

Der nationale Menschenrechts-Ombudsmann Ramón Custodio wird von der Widerstandsbewegung und zivilgesellschaftlichen Menschenrechtsorganisationen aufgrund seiner unkritischen Haltung gegenüber den Menschenrechtsverletzungen, die auf den Staatsstreich folgten, abgelehnt.

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