Peru / Politik

Peru: Humala mit hauchdünnem Vorsprung

Kandidat setzt sich nach ersten Ergebnissen knapp gegen Tochter von Ex-Präsident Fujimori durch. Abstimmung verlief ruhig

humala.jpg

Ollanta Humala bei der Stimmabgabe
Ollanta Humala bei der Stimmabgabe

Lima. In Peru hat der Linksnationalist Ollanta Humala gute Chancen, die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen in Peru zu gewinnen. Nach Angaben der peruanischen Wahlbehörde ONPE liegt der Linksnationalist nach 87,6 Prozent der ausgezählten Stimmen bei 50,9 Prozent. Seine rechtsgerichtete Gegenkandidatin Keiko Fujimori, die Tochter des Ex-Autokraten Alberto Fujimori, liegt demnach bei 49,1 Prozent der Stimmen. In absoluten Zahlen liegt Humala somit knapp 240.000 Stimmen vorn. Die Zahl der Wahlberechtigten in Peru beträgt 19,9 Millionen.

Im Vergleich zu den ersten bekanntgegebenen Ergebnissen am Sonntagabend konnte Ollanta Humala seinen Vorsprung leicht ausbauen. Zuvor hatten bei 75 Prozent der ausgezählten Stimmen hatte sein Ergebnis bei 50,08 Prozent gelegen. Auch Umfragen an den Wahllokalen hatten Medienberichten zufolge allerdings einen knappen Sieg Humalas ergeben.

Bei den letzten Umfragen vor den Wahlen hatten Umfrageinstitute hingegen einen leichten Vorsprung für Keiko Fujimori ausgemacht. Trotz einer massiven Anti-Humala-Kampagne der Privatmedien entschied sich anscheinend eine Mehrheit dennoch für den Kandidaten, der bereits bei den vergangenen Präsidentschaftswahlen angetreten war.

Überschattet wurde die Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten von einem Angriff auf eine Armeeeinheit im Departement Cusco. Der Überfall, bei dem fünf Soldaten starben, wurde der maoistischen Rebellenorganisation Sendero Luminoso zugeschrieben. Sowohl Fujimori als auch Humala distanzierten sich entscheiden von dem Gewaltakt.

Unabhängig von dem Zwischenfall verlief die mit Spannung erwartete Stichwahl relativ ruhig. Peruanische und internationale Wahlbeobachter sprachen von einem sauberen Ablauf der Abstimmung, auch wenn es gut 320 kleinere Unregelmäßigkeiten gab, die vor allem politische Meinungsbekundungen betrafen. In Peru ist es am Wahltag verboten, sich für einen der Kandidaten auszusprechen. Diese Regelung wurde jedoch auch im Kreise der Anwärter auf die Präsidentschaft des Andenstaates mehrfach verletzt. So hielt der Ehemann von Keiko Fujimori, der US-Amerikaner Mark Villanela, seinen ausgefüllten Wahlschein mit dem erkennbaren Votum für die Kandidatin in die Kamera.

Der scheidende Präsident Alan García erklärte angesichts der massiv polarisierten Atmosphäre in dem Land, er werde den Sieger der Wahl unabhängig vom Ausgang bedingungslos unterstützen.


Aktualisierung: Der Vorsprung Humalas ist weiter gestiegen. Bei 99,4 Prozent der ausgezählten Stimmen liegt er bei 51,5 Prozent.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr