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12.07.2011 Haiti / Militär / Politik / Soziales

Haiti: Cholera wieder auf dem Vormarsch?

Neue Fälle im Norden und Süden des Landes beunruhigen Behörden. Epidemie forderte bislang mehr als 5.000 Todesopfer
Versorgungsstation des Britischen Roten Kreuzes

Versorgungsstation des Britischen Roten Kreuzes

Quelle: British Red Cross
Lizenz: by-nc

Port-au-Prince. Seit Beginn des Monats sind in verschiedenen Orten Haitis erneut Fälle von Cholera-Erkrankungen aufgetreten. Insbesondere im Norden, in der Umgebung der zweitgrößten Stadt des Landes, Cap-Haïtien, seien neue Krankheitsfälle registriert worden, die bereits ein Todesopfer gefordert haben, heißt es von den örtlichen Behörden. Die Nachrichtenagentur AlterPresse berichtete am 7. Juli von einem Aufruf des Gesundheitsministeriums zu erhöhter Wachsamkeit gegenüber der Cholera in Regionen des Nordens und des Südens. Die Gesamtzahl der Ansteckungen sei zwar zurückgegangen. Alarmierend sei aber, dass die Krankheit nun in bisher von der Epidemie verschonten Regionen auftauche.

Seit dem Ausbruch der Cholera im Oktober 2010 sind mehr als 5.000 Menschen wegen fehlender Hilfe gestorben, Hunderttausende sind erkrankt. Mehrere Studien epidemiologischer Experten haben inzwischen einen direkten zeitlichen und lokalen Zusammenhang zwischen der damaligen Ankunft eines UN-Blauhelmbataillons aus Nepal und dem Ausbruch der Krankheit in der Provinz Artibonite hergestellt. In der Juli-Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift "Emerging Infectious Diseases", herausgegeben von der US-amerikanischen Behörde für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten, wird dieser Zusammenhang erneut bekräftigt.

Die Leitung der UN-Stabilisierungsmission MINUSTAH bestätigte in einem Kommuniqué den Erhalt dieser Studie. Zugleich verwies die UN-Truppe auf eine von unabhängigen Experten in ihrem Auftrag erstellte Untersuchung, wonach die Entstehung der Krankheit auf eine Verquickung "vielfältiger epidemiologischer, umweltbedingter und sanitärer Umstände" zurückzuführen sei. Ein Fehlverhalten einer Gruppe oder eines Individuums sei demnach nicht nachzuweisen, zitierte der Sender Radio Metropole UN-Sprecher. Durch die Aufstellung mobiler Abfallentsorgungseinheiten an den Stützpunkten der MINUSTAH leiste man einen Beitrag im Kampf gegen die Ausbreitung der Krankheit.

In der Vergangenheit waren immer wieder Vorwürfe laut geworden, wonach die UNO sich ihrer Verantwortung für die Entstehung der tödlichen Epidemie nicht in ausreichendem Maße stelle.

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