Kuba / Medien

Virus lässt Fidel Castro sterben

Wieder einmal kursiert eine Nachricht über den angeblichen Tod des Revolutionsführers. Wer darauf reinfällt, infiziert seinen PC mit Malware

Havanna. Wieder einmal hat eine über das Internet verbreitete Nachricht über den angeblichen Tod des kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro für Aufsehen gesorgt. Die per E-Mail verbreitete Nachricht gab vor, am 7. August von der chilenischen Nachrichtenseite 24horas.cl versandt worden zu sein. "Am heutigen Nachmittag ist in seinen Wohnräumen in (der Wohngegend) Laguito der langlebige kubanische Diktator Fidel Castro gestorben", heißt es in der Nachricht, in der ein Bild zu sehen ist, das den ehemaligen Staats- und Regierungschef Kubas vermeintlich auf dem Totenbett zeigt.

Fidel Castro feierte an diesem 13. August seinen 85. Geburtstag. Vor fünf Jahren hatte sich der Anführer der kubanischen Revolution aus gesundheitlichen Gründen von allen politischen Ämtern zurückgezogen. Seither leitet sein fünf Jahre jüngerer Bruder, der ehemalige Verteidigungsminister Raúl Castro, die Regierung.

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Das englischsprachige IT-Sicherheitsportal Naked Security, das sich auf die Recherche von Malware spezialisiert hat, warnte in einem Artikel unmittelbar vor der Spam-Mail. Wer auf ein angeblich verlinktes Video klicke, laufe Gefahr, seinen Computer mit einem sogenannten Trojaner zu infizieren, schreibt der Autor Graham Cluley in einem kurzen Artikel. Das Schadprogramm wurde von Naked Security als der Trojaner Troj/DwnLdr-JGW identifiziert. Ziel dieses ersten Programms sei es, einen weiteren Trojaner, Troj/Agent-SYF, herunterzuladen. Cluley mahnt vor diesem Hintergrund zu mehr Medienkompetenz: "Wenn Fidel Castro wirklich gestorben sein sollte, würde das wohl auch auf BBC und CNN die Headlines bestimmen", schreibt Cluley. Dort aber sei nichts zu finden. Tatsächlich kursieren schlecht gemachte Fotomontagen des angeblich verstorbenen kubanischen Revolutionsführers seit Jahren im Internet.

Nach Angaben des spanischen Dienstes der italienischen Nachrichtenagentur ANSA reagierten kubanischen Medien gelassen auf den Hoax. Bewohner des sozialistischen Karibikstaates kommentierten die Mail gegenüber ANSA jedoch mit Unverständnis: "Ich weiß nicht, woher diese Gerüchte kommen", zitiert die Agentur den 75-jährigen Alejandro Guanche, "aber ich bin mir sicher, dass sie vom Feind gestreut wurden." Mit solchen Methoden sei schon immer gegen Fidel Castro vorgegangen worden, fügte der Kubaner an.

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