DruckversionEinem Freund senden
25.12.2007 Kolumbien

Kolumbien wartet

Drei Gefangene der FARC sollen in der Weihnachtswoche freigelassen werden

Bogotá. Die marxistisch-leninistische Guerrilla "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) hat angekündigt, sie werde in der Weihnachtswoche die ersten drei Gefangenen freilassen. Die FARC sieht darin eine Geste gegenüber dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez, der von August bis November als Vermittler zwischen der Guerrilla und der Regierung des kolumbianischen Präsidenten Álvaro Uribe tätig war.

Bei den drei Personen handelt es sich um Clara Rojas, die mit der ebenfalls entführten Politikerin Ingrid Betancourt für das Präsidentenamt in Kolumbien kandidierte. Rojas fiel 2002 in die Hände der FARC. In der Gefangenschaft brachte sie einen Sohn zur Welt, der mit ihr freigelassen wird. Die dritte Person ist die Abgeordnete Consuelo González, die sich seit 2003 in der Gewalt der FARC befindet.

Kurz nach seiner Ankunft auf Kuba am 22. Dezember 2007 kündigte Chávez an, er werde alle nötigen Schritten unternehmen, um die Übergabe der Freigelassenen zu koordinieren. Das berichtet die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina. Mit der Freilassung rechne man bis zum Jahresende, hieß es weiter.

Chávez' Verhalten bedeutet, daß er seine Vermittlerrolle weiterspielen wird, obwohl sein kolumbianischer Amtskollege Uribe im November diese Tätigkeit für beendet erklärt hat. Am 15. August 2007 hatte er Chávez damit offiziell betraut. Auf kolumbianischer Seite koordinierte die Senatorin Piedad Córdoba - mit Uribes Einverständnis - die Zusammenarbeit mit dem venezolanischen Präsidenten. Im kolumbianischen Radiosender La FM sagte Politikerin am 24. Dezember, die FARC werde eine weitere Gefangene freilassen, sobald die Übergabe der ersten Gruppe erfolgt sei. "An der gesamten Grenze zu Venezuela gibt es viele kolumbianische Truppenbewegungen, die zweifelsohne die Übergabe verzögern", erklärte Córdoba.

Am 24. Dezember überflog der Ehemann von Ingrid Betancourt, Juan Carlos Lecompte, elf Stunden lang einen Teil des kolumbianischen Dschungels, um 22 000 Fotos der gemeinsamen Kinder abzuwerfen. Betancourt wird am 25. Dezember 46 Jahre alt. Lecompte sieht die Aktion als moralische Unterstützung für seine Frau, die auf einem kürzlich veröffentlichen Video einen sehr niedergeschlagenen Eindruck gemacht hat.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr

Was Sie auch interessieren könnte ...

19.12.2007 Nachricht von Maxim Graubner