Venezuela / Russland

Chávez in Moskau

Venezuelas Präsident wirbt in Russland für militärische Zusammenarbeit und die Gründung einer gemeinsamen Bank

Moskau. Venezuelas Präsident Hugo Chávez trifft am heutigen Montag zu einem Besuch in Moskau ein. Mit Russlands Spitzenpolitikern wird er über die Zusammenarbeit in Politik und Wirtschaft sowie im militärtechnischen Bereich verhandeln. Zuvor hatte Chávez Bolivien, Brasilien und Nicaragua besucht. Nach Russland wird er noch nach Spanien und Portugal reisen.

Wie Venezuelas Außenminister Nicolas Maduro betonte, sollen mit dieser Reise "die negativen Kräfte der imperialistischen Eliten neutralisiert und die strategischen Bündnisse mit den Brudervölkern gefestigt werden, die sich für eine multipolare Welt ohne Imperien und Kriege einsetzen", berichten lateinamerikanische und spanische Medien.

"Das Bündnis, das Venezuela mit Rußland dank der Außenpolitik der letzten Jahre geschlossen hat, ist von fundamentaler Bedeutung für die wirtschaftliche Zukunft von ganz Lateinamerika", fügte Maduro hinzu. "Dank dieses Bündnisses konnte Venezuela die militärtechnische Blockade überwinden, die die USA zu errichten vermochten."

Wie die spanische Nachrichtenagentur Efe berichtet, wird Chávez während des Russland-Besuchs voraussichtlich über den Erwerb russischer Panzer verhandeln. Venezuelas Außenminister betonte seinerseits, dass Venezuela dank der neuen Militärdoktrin dieses Landes eine gut ausgerüstete Armee haben soll, die den Schutz des Landes garantieren und das friedliche Klima in der Region aufrechterhalten könnte.

Sie schätzen unsere Berichterstattung?

Dann spenden Sie für amerika21 und unterstützen unsere aktuellen, hintergründigen und professionellen Beiträge über das Geschehen in Lateinamerika und der Karibik.

Damit alle Inhalte von amerika21.de weiterhin für Alle kostenlos verfügbar sind.

Ihr amerika21-Team

Außerdem soll Venezuela weiterhin Militärflugzeuge und -hubrschrauber in Russland kaufen.

Darüber hinaus will Chávez über die Gründung einer russisch-venezolanischen Bank für die Finanzierung gemeinsamer Projekte verhandeln. "Die Gründung einer gemeinsamen Bank würde die wirtschaftliche und die finanzielle Unabhängigkeit unserer Länder festigen, was den Zustrom von Investitionen im Interesse beider Völker fördern würde", sagte er. Der Besuch in Moskau werde "von großer strategischer Bedeutung sein".

Der Warenumsatz zwischen Russland und Venezuela ist von 517 Millionen Dollar 2006 auf 1,129 Milliarden Dollar 2007 gewachsen. In der wirtschaftlichen Kooperation dominiert der Brennstoff- und Energiebereich. Auf dem venezolanischen Markt sind die Konzerne Gazprom, Lukoil, TNK-BP, RusAl u. a. präsent.


Die Originalmeldung von Ria Nowosti finden Sie hier.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr