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Putschgerüchte in Honduras

Armeechef berichtet über Umsturzpläne gegen Präsident Manuel Zelaya

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Putschgerüchte in Honduras
Liberaler mit Sympathien für den Sozialismus des 21. Jahrhunderts: Zelaya bei der UNO

Tegucigalpa. Der Chef des Generalstabs der Armee von Honduras, General Romero Vásquez, hat Pläne zum Sturz des amtierenden Präsidenten Manuel Zelaya entlarvt. Einige Personen seien daran interessiert, den Staatschef gewaltsam seines Amts zu entheben, erklärte der Militär am Sonntag in Tegucigalpa, der Hauptstadt des mittelamerikanischen Landes. Der liberale Politiker Zelaya ist scharfer Kritik ausgesetzt, seit er sich den links regierten lateinamerikanischen Staaten Venezuela, Bolivien und Nicaragua angenähert hat. So hatte sich Zelaya vor wenigen Wochen dafür ausgesprochen, dass sein Land in das Staatenbündnis ALBA (Bolivarische Alternative für Amerika) eintritt.

"Wir wurden aufgesucht, um bei einem Umsturz zu helfen", sagte General Vásquez, "aber wir respektieren den Präsidenten als unseren Oberkommandierenden und wir halten uns an das Gesetz". Einige Armeeangehörige seien aufgefordert worden, bei einem Putschplan zu helfen, sagte Vásquez weiter. Diese Bitten seien in Gesprächen, E-Mails und anderen Nachrichten eingegangen. Statt den Plänen Folge zu leisten, seien alle entsprechenden Kontaktversuche dem Ministerium für Verteidigung unter Minister Arístides Mejía berichtet worden. Der Oberkommandierende nannte nicht die Namen derjenigen, die sich wegen möglicher Umsturzpläne mit dem Militär in Verbindung gesetzt haben.

Präsident Zelaya hatte im August formell den Beitritt seines Landes zum ALBA bestätigt. Die Entscheidung ist im Kongress ebenso umstritten wie in der Liberalen Partei des Staatschefs. Trotzdem behielt Zelaya seine Linie bei. Aus Solidarität mit Bolivien hat er jüngst die Akkreditierung des neuen US-Botschafters in Honduras, Hugo Llorens, aufgeschoben.

Die Umsturzpläne gegen den Präsidenten wurden in Honduras und Mittelamerika aufmerksam wahrgenommen. Das Land war von 1957 bis 1982 von einer Militärregierung beherrscht. Zuvor waren drei demokratisch gewählte Präsidenten gestürzt worden.


Eine Meldung der venezolanischen Agentur ABN finden Sie hier.

Bildquelle: UNO

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