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Kritik aus Venezuela an Peru

Aufnahme des wegen Korruption gesuchten Oppositionspolitikers sei eine politische Entscheidung. Verletzung von UNO-Konvention beklagt

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Kritik aus Venezuela an Peru
Germán Saltron (li.) im Gespräch mit einem Journalisten

Caracas/Lima. Der Fall des flüchtigen venezolanischen Oppositionsführers Manuel Rosales belastet zunehmend die Beziehungen zwischen Venezuela und Peru. Die Regierung in Lima hatte dem Vorsitzenden der venezolanischen Oppositionspartei "Un Nuevo Tiempo" (Eine Neue Zeit) am Montag politisches Asyl gewährt. Der 56-jährige hatte sich, wie im Nachhinein bekannt wurde, bereits am 4. April nach Peru abgesetzt.

In seinem Heimatland wird gegen ihn wegen verschiedener Korruptionsdelikte ermittelt. Unter anderem soll Rosales während seiner Amtszeit als Gouverneur des erdölreichen Bundesstaates Zulia in großem Maßstab Gelder veruntreut haben.

Unmittelbar nach der Bekanntgabe der Asylentscheidung zog Venezuela seinen Botschafter aus Peru ab. Die Akkreditierung des neuen peruanischen Botschafters für Caracas wurde suspendiert.

In einem Kommuniqué verwies das Außenministerium in Caracas auf eine parallel laufende Fahndung der internationalen Polizeibehörde Interpol gegen Rosales. Die entsprechenden Daten seien Interpol schon am Sonntag übermittelt worden.

Die Entscheidung der peruanischen Regierung, Rosales dennoch aufzunehmen, spreche internationalem Recht Hohn und sei "ein harter Schlag für den Kampf gegen die Korruption und eine Beleidigung des venezolanischen Volkes".

Auch der venezolanische Vertreter vor der Interamerikanischen Menschenrechtskommission, Germán Saltrón, kritisierte die Entscheidung der peruanischen Regierung scharf. Peru habe nicht nur vor der internationalen Gemeinschaft Prestige eingebüßt, sondern auch die UNO-Konvention gegen Korruption verletzt. Schließlich werde Rosales nicht wegen politischer Vergehen, sondern wegen "gewöhnlicher Kriminaldelikte" gesucht.

Saltrón erinnerte zugleich daran, dass in den vergangenen Jahren schon andere Delinquenten aus Venezuela in Peru Zuflucht gefunden haben. Im Fall von Rosales habe wohl auch die politische Nähe zwischen dem Gesuchten und dem peruanischen Präsidenten Alan García eine Rolle gespielt.

"Peru ist endgültig zum Zufluchtsort für Korrupte geworden", so Saltróns Urteil.


Bildquelle: daylife.com

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