Kuba / Medien

Technologische Souveränität

Kubaner setzen auf eigene Linux-Variante

Havanna. Kuba hat auf der Computermesse "XIII Convención y Feria Internacional Informática 2009" die eigene Linux-Distribution "Nova" vorgestellt. Derzeit wird auf der Insel hauptsächlich Software vom Software-Giganten Microsoft verwendet. Durch die seit Jahrzehnten bestehende US-Handelblockade ist ein legaler Zugriff auf Programme und Updates von Microsoft-Produkten nicht möglich. Außerdem wird befürchtet, dass US Sicherheitsbehörden Zugriff auf den Code des weltgrößten Softwarekonzerns haben und dadurch entsteht für die Kubaner eine potenzielle Gefahr.

Schon 2005 kündigten offizielle Vertreter der sozialistischen Insel an, auf Open-Source-Software umzusteigen. Derzeit laufen ca. 20 Prozent der Computer in Kuba mit Linux. Laut Hector Rodriguez, Dekan der "School of Free Software" an der Universität für Informatik, sollen innerhalb von fünf Jahren 50 Prozent der PCs mit Linux-Installationen laufen. Ebenso wird der Microsoft InternetExplorer mit Firefox ausgetauscht und MS Office durch die Open-Source-Alternative OpenOffice.org.

Das kubanische Betriebssystem "Nova" basiert auf Gentoo Linux und benutzt Gnome 2.22 als Desktop. Entwickelt wird Nova schon seit 2007 von Studenten und Lehrern der "Universidad de las Ciencias Informáticas". Weitere Informationen findet man auf der eigens eingerichteten Webseite zu dem Betriebssystem, die aber derzeit überlastet ist: nova.uci.ci.


Den Originaltext finden Sie bei Redblog. Wir bedanken uns bei den Blog-Kollegen für den Hinweis.

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