Kolumbien

Santos nächster Präsident in Kolumbien

Uribe-Regime wird bruchlos fortgesetzt. Gefechte mit der Guerilla am Wahltag

Bogotá. Juan Manuel Santos hat die Präsidentschaftswahlen in Kolumbien gewonnen. Den ersten Hochrechnungen zufolge liegt der ehemalige Verteidigungsminister mit etwa 67 Prozent eindeutig vor Antanas Mockus, der danach auf ungefähr 28 Prozent kommt. Die Zahlen basieren auf der Auszählung der ersten 10 Prozent der abgegebenen Stimmen. Damit bestätigen sich die Vorhersagen, die zuvor dem Grünen Antanas Mockus keine Chancen eingeräumt hatten.

Bereits am Mittag zeichnete sich eine sehr niedrige Wahlbeteiligung ab. Erste Schätzungen gehen von etwa 60 Prozent Stimmenthaltungen aus. Der scheidende Präsident Àlvaro Uribe bot als Erklärung dafür nicht etwa grundsätzliche Unzufriedenheit mit dem politischen System an, sondern die laufende Fußball-WM und das schlechte Wetter. Die linken Parteien wie der Polo Democrático Alternativo sowie auch die aufständischen Guerilla-Organisationen hatten zum Wahlboykott aufgerufen.

Bei Gefechten mit den Guerilla-Gruppen ELN und FARC kamen heute mindestens 10 Polizisten ums Leben. Sieben Polizisten starben bei Auseinandersetzungen mit der ELN im Bundesstaat Norte de Santander. In Meta und Antiqua starben mindestens 3 Militärs bei Angriffen durch die FARC. Auf mehreren zentralen Straßen wurden Barrieren errichtet und Fahrzeuge in Brand gesteckt.

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