Brasilien unter Bolsonaro

Marburg: Schlanker Staat mit harter Hand - Oder - Von der Finanzkrise 2008 zum Rechtsruck in Brasilien

Der ultrarechte Politiker Jair Bolsonaro hat in Brasilien die Präsidentschaftswahl mit einem nicht existenten Wahlprogramm gewonnen. Ein breites Spektrum der politischen Rechten verbirgt sich hinter Bolsonaro. Dessen Law & Order-Partei PSL erhöhte ihre Sitze von 2 auf 51 und wurde zweitstärkste Kraft im Land. Um die Kriminalität zu senken, soll jede/r eine Waffe zu Hause haben. Militärs und Großgrundbesitzer sitzen an strategischen Positionen im neuen Regierungsapparat und bestimmen über Erdöl und haben das Ende der Agrarreform bestimmt. Ein marktradikaler Wirtschaftsminister will die Bereiche Gesundheit, Bildung und Rentenvorsorge so weit wie möglich privatisieren. Ein Anstieg der Unterversorgung und Armut ist unvermeidlich. Der Umweltminister will den Amazonas für Bergbau und Agrarindustrie freigeben.

Der Referent Mario Schenk (FU Berlin, amerika21.de) führt den Wahlsieg Bolsonaros auf ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren im Kontext der weltweiten Finanzkrise 2008 zurück. Infolge der Krise wandten sich die gehobenen Mittelschichten von der linksgerichteten Arbeiter-Partei (PT) ab. Schenk beschreibt erste Folgen des Machtantritts und den Widerstand dagegen. Er skizziert, wie die ultra-neoliberale Regierungspolitik den Rückzug des Staates aus der Für- und Altersvorsorge plant, die staatliche Unternehmen privatisieren will und die Agrarreform faktisch beendet hat. Wirtschaftlich und ordnungspolitisch orientiert sich die Regierung an Chile unter Ex-Diktator Pinochet.

Termindaten
Datum: 23.05.2019, 20:00 - 22:00
Stadt: Marburg
Veranstaltungsart: Präsentation und Debatte
Veranstaltungsort: Weltladen Marburg, Markt 7, 35037 Marburg
Veranstalter: Weltladen Marburg e.V.
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