ThyssenKrupp soll in Brasilien für Umweltschäden einstehen

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Trügerische Idylle - Boote in der Bucht von Sepetiba
Trügerische Idylle - Boote in der Bucht von Sepetiba

Rio de Janeiro/Berlin. Der Verband Kritische Aktionäre und Organisationen der Brasilien-Solidaritätsbewegung haben den Rücktritt des Vorsitzenden des ThyssenKrupp-Aufsichtsrats, Gerhard Cromme, begrüßt. Zugleich verlangten die Aktivisten "einen überzeugenden personellen Neuanfang“. Auch forderten sie Entschädigung für die Fischer an der Bucht von Sepetiba, die durch ein umstrittenes Mega-Stahlwerk des Konzerns betroffen sind.

"ThyssenKrupp will das Stahlwerk TKCSA schnellstmöglich verkaufen und sich so aus der Verantwortung stehlen", kritisierte Sandra Quintela vom Instituto Políticas Alternativas para o Cone Sul (PACS) aus Rio de Janeiro. Sandra Quintela wendet sich gegen den Verkauf, solange die vom Stahlwerk ausgehenden Schäden nicht repariert und Entschädigungen geleistet wurden.

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"ThyssenKrupp ist verantwortlich für die an der Bucht von Sepetiba in Rio de Janeiro entstandenen Schäden", ergänzte Marcos da Costa Melo vom Netzwerk der Brasiliengruppen, Kooperation Brasilien (KoBra), mit Sitz in Freiburg. "Die 8.000 Fischerfamilien müssen für ihre jahrelang durch das Stahlwerk erlittenen massiven Einbußen beim Fischfang entschädigt werden", forderte da Costa Melo.

Christian Russau vom Berliner Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL) ergänzte, dass die vom Stahlwerk ausgehenden Gesundheitsgefahren für die Anwohner dringend angemessen untersucht und die Anwohner medizinisch betreut werden müssten. "Es kann nicht sein, dass ThyssenKrupp straffrei die Umwelt verschmutzen darf und die Belange der Anwohner derart mit Füßen tritt", kritisierte er.

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