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Kuba und Russland stärken Beziehungen

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Die Präsidentin des russischen Parlaments, Valentina Matviyenko und Esteban Lazo,  Präsident der kubanischen Nationalversammlung, unterzeichneten ein interparlamentarisches Kooperationsabkommen
Die Präsidentin des russischen Parlaments, Valentina Matviyenko und Esteban Lazo, Präsident der kubanischen Nationalversammlung, unterzeichneten ein interparlamentarisches Kooperationsabkommen

Moskau/Havanna. Der Handelsaustausch zwischen Russland und Kuba ist noch nicht ausreichend entwickelt und entspricht nicht dem Potenzial der bilateralen Beziehungen. Dies sagte die Präsidentin des russischen Parlaments, Valentina Matviyenko, gegenüber Medienvertretern in Moskau nach ihrem Besuch in dem sozialistischen Karibikstaat. Unter den erreichten bilateralen Fortschritten erwähnte die Politikerin, dass beide Länder eine zufriedenstellende Lösung zur Regulierung der kubanischen Schulden gefunden hätten, die aufgrund von Krediten aus der Zeit der Sowjetunion aufgelaufen waren.

Die Vereinbarung wurde im vergangenen Februar während des Besuchs des russischen Premierministers Dimitri Medvédev in Kuba geschlossen. Kuba war mit rund 35 Milliarden US-Dollar bei Russland verschuldet. Diese Schulden werden nicht vollständig erlassen, sondern sollen zum Teil über Joint Ventures refinanziert werden. Mit dem Inkrafttreten des Abkommens werde sich das Finanz- und Investitionsniveau Kubas erhöhen, so Matviyenko, die mit einer sechsköpfigen Delegation des russischen Parlaments für zwei Tage nach Kuba gereist war.

Sie fügte hinzu, dass die aktuellen ökonomischen und sozialen Veränderungen In Kuba zu einer größeren Öffnung der kubanischen Wirtschaft beitragen und neue Bedingungen für die Zusammenarbeit mit Russland schaffen werden. Dabei stellt der Energiesektor einen wichtigen Bereich der Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten dar. Dazu gehört die Inbetriebnahme einiger thermischer Kraftwerke, die unter sowjetischer Mitwirkung errichtet wurden. Nach Meinung der russischen Besucherin gibt es Möglichkeiten zum Bau neuer Kraftwerke und zur Lieferung von Ausrüstung. Neben anderen Sektoren bilateraler Zusammenarbeit erwähnte sie die petrochemische Industrie, die Biotechnologie, die Landwirtschaft und den Tourismus. Russische Unternehmen zeigten großes Interesse an Kuba, so Matviyenko.

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Die russische Delegation traf am vergangenen Freitag mit dem Präsidenten der kubanischen Nationalversammlung, Esteban Lazo, zusammen. Matviyenko und Lazo unterzeichneten ein interparlamentarisches Kooperationsabkommen zur Stärkung der bilateralen Beziehungen. Lazo sagte, dass das neue Abkommen die Beziehungen zwischen beiden Ländern weiter stärken werde. Er verwies darauf, dass seit dem Besuch Raúl Castros im Juli 2012 in Moskau und des russischen Premiers Dimitri Medvedev im Februar 2013 in Havanna mehr als 30 Kooperationsabkommen unterzeichnet worden seien.

Während ihres Besuches wurde Matviyenko auch zu einer zweistündigen Unterredung von Präsident Raúl Castro empfangen, der sich zuversichtlich zeigte, dass die wirtschaftlichen Veränderungen zu mehr Investitionen in seinem Land beitragen werden, darunter auch Investitionen aus Russland.

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