Neues soziales Netzwerk in Argentinien

Initiatoren wollen Alternativen für die Kommunikation außerhalb der Mainstream-Netzwerke schaffen

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Das Internet-Netzwerk Red Popular
Das Internet-Netzwerk Red Popular

Buenos Aires. Das alternative soziale Netzwerk "FACE Popular" ist am 9.Juli gestartet worden. FACE steht für "Alternative Front gegen das Establishment" und wurde von argentinischen Web-Designern erstellt.

Einer der Initiatoren, Matías Reynolds, erklärte gegenüber der argentinischen Nachrichtenagentur Télam, es gehe ihnen nicht darum, facebook zu ersetzen: "Das interessiert uns nicht. Wir wollen eine Alternative sein, in der jeder frei Inhalte austauschen kann, ohne dass diese Daten Gegenstand von Geschäfts- oder Spionage-Manövern sind".

Das FACE Popular ist Teil des Internet-Netzwerkes Red Popular (Volks-Netzwerk), das Radio, TV und Web-Seiten umfasst. Es soll als Plattform für die technologische Integration der Länder der UNASUR und der Gemeinschaft der lateinamerikanischen und karibischen Staaten (CELAC) dienen. Das Netzwerk verfügt über eigene Server in Argentinien. "Die Unasur Länder arbeiten zur Zeit an einem Glasfaserkabel-Ring, der im Jahr 2014 fertig gestellt sein wird. Unsere Idee ist, dafür auch eigene Inhalte und Alternativen für die Kommunikation außerhalb der Mainstream-Netzwerke zu schaffen“, erläutert Pablo Lenz, einer der Projektleiter und Initiatoren des lokalen TV-Netzwerks.

Ein weiterer Aspekt bei der Schaffung dieser alternativen Plattform ist nach Angaben der Schöpfer "die Idee von der Souveränität" Südamerikas im Bereich Informatik. Dies habe aktuell eine besondere Bedeutung bekommen, nachdem das Thema der Cyber-Spionage öffentlich geworden sei. Aus Unterlagen, die durch den Whistleblower Edward Snowden publik wurden, geht hervor, dass die USA durch die National Security Agency (NSA) die Nutzer von Microsoft, Google, Apple, Skype und Facebook im großen Maße ausspionieren.

Das FACE Popular hat viele Anwendungen, Einstellungen und Schaltflächen von Facebook, jedoch angepasst an die südamerikanische politische Kultur. Statt Emoticons gibt es "EmoPerones" und die Nutzer können eine Evita schicken, einen Perón oder auch einen Simón Bolívar. Falls die Verbindung fehlschlägt, ist zu lesen: "Genossen arbeiten gerade daran". Es werden keine Grenzen bei der Anzahl von Freunden gesetzt. Außerdem wird es einen Button "Gefällt mir nicht" geben sowie eine Sektion "Das Unerwünschte der Woche", denn, so Lenz, es werde immer Leute geben, die gegen die vorgeschlagenen Grundsätze von FACE Popular verstoßen.

Die Plattform ging am 9. Juli online. Die Registrierungen mussten gestoppt werden, weil die Server wegen der großen Nachfrage Gefahr liefen, zusammenzubrechen. Das Netzwerk wuchs innerhalb von 36 Stunden auf 24.000 Nutzer. Aktuell laufen Bemühungen, um die Kapazität angesichts der starken Nachfrage zu erweitern. Außerdem richten die Projektmitarbeiter die Aufmerksamkeit verstärkt auf die Sicherheitsvorkehrungen. Denn FACE Popular wurde bereits in den ersten Tagen massiv aus dem In-und Ausland attackiert, um die Abwehrkräfte der alternativen Plattform zu testen, berichtet Télam.

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