Chile / Venezuela / Politik

Chiles Präsident Piñera empfängt Capriles

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Henrique Capriles Radonski
Henrique Capriles Radonski

Santiago de Chile. Der chilenische Präsident Sebastián Piñera hat am vergangenen Freitag den unterlegenen Präsidentschaftskandidaten der venezolanischen Opposition, Henrique Capriles Radonski, empfangen.

Das Treffen der beiden Rechtspolitiker fand im "privaten Rahmen" im Haus eines Parlamentsabgeordneten statt, wie Piñera bekräftigte. Neben Piñera traf Capriles auch Abgeordnete der chilenischen Rechtsparteien Unabhängige Demokratische Union (UDI) und Nationale Erneuerung (RN), welche die aktuelle Regierungskoalition bilden, sowie Vertreter der Christlich-Demokratischen Partei (PDC). Die ehemalige Präsidentin des Landes und Kandidatin des linken Bündnisses "Neue Mehrheit" für die diesjährigen Präsidentschaftswahlen, Michelle Bachelet, verweigerte ein Treffen mit dem Anführer der venezolanischen Rechten.

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Capriles bekräftigte auch in Chile seine Forderung nach einer erneuten Überprüfung der Stimmen der venezolanischen Präsidentschaftswahlen vom 14. April dieses Jahres, obwohl zwischen Ende April und Anfang Juni bereits eine Überprüfung von 100 Prozent der Stimmen stattgefunden hat, die kein abweichendes Resultat hervorbrachte und den Sozialisten Nicolás Maduro als Wahlsieger bestätigte. Der Besuch von Capriles stieß in Chile auf breite Ablehnung. Hunderte Demonstranten protestierten in der Hauptstadt Santiago gegen den venezolanischen Oppositionspolitiker, den sie als "Putschisten" bezeichneten, und riefen zur Unterstützung von Präsident Maduro und der Bolivarischen Revolution auf. Der Senator Alejandro Navarro der Linkspartei Breite Sozialistische Bewegung (MAS) sagte, Capriles stehe an der Spitze einer internationalen Offensive gegen die politische Stabilität in Venezuela. Weitere linke Parteien und soziale Organisationen schlossen sich den Protesten an.

Unterdessen wurde auch in Venezuela Kritik am Verhalten des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten und aktuellen Gouverneurs des Bundesstaates Miranda laut. Der venezolanische Aussenminister Elías Jaua kritisierte, Capriles zettle "mit Anführern der Rechten Verschwörungen an", statt sich um seinen Bundesstaat zu kümmern. In Miranda fanden während Capriles' Chile-Reise mehrere Demonstrationen von sozialen Bewegungen und Nachbarschaftsorganisationen gegen die ständige Abwesenheit des Gouverneurs statt. Capriles hatte in den letzten Monaten Kolumbien, Uruguay und Argentinien besucht, wo er sich jeweils mit Vertretern des rechten Spektrums traf. Die aktuelle Reise führt Capriles nach Chile und Peru, zudem hat er Besuche in Brasilien, Mexiko und den Vereinigten Staaten angekündigt.

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