DruckversionEinem Freund senden
31.07.2013 Kolumbien / USA / Militär / Politik

US-Drohnen für Kolumbien

Unbemannte Flugobjekte werden sonst nur in Kriegs- und Krisengebieten wie Afghanistan, Irak, Pakistan und Jemen eingesetzt
Predator-Drohne bei eine Luftwaffenshow in Tucson, Arizona - Bald auch in Kolumbien?

Predator-Drohne bei eine Luftwaffenshow in Tucson, Arizona - Bald auch in Kolumbien?

Quelle: flickr.com
Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Bogotá. Wie die kolumbianische Tageszeitung El Tiempo in ihrer Onlineausgabe berichtet, planen die USA, Kolumbien und weitere Länder zur Unterstützung des Kampfes gegen Drogenhandel und Terrorismus mit Drohnen zu beliefern.

De Zeitung bezieht sich auf US-Medienberichte, nach denen die US-Regierung den Gebrauch der unbemannten Fluggeräte auch auf "Krisenregionen" ausdehnen will. Bislang seien Drohnen "nur in Kriegsgebieten wie Irak und Afghanistan" eingesetzt worden. Nach einem Bericht der US-Tageszeitung Washington Post wollen die USA Drohnenangriffe dort reduzieren. Die dann zur Verfügung stehenden Fluggeräte sollen in anderen Weltregionen zur Spionage und Aufklärung eingesetzt werden.

Seit Beginn des Afghanistan-Krieges hat das Pentagon eine Flotte von rund 400 unbemannten Fluggeräten verschiedener Bauart aufgebaut, unter ihnen die Typen Predator, Reaper, Hunter, Gray Eagles und Scan Eagles.

Die Washington Post schreibt, dass die Drohnen in Kolumbien bisher bei der Aufspürung von 32 Drogenhändlern geholfen hätten, die dann von den Streitkräften Kolumbiens "liquidiert" werden konnten. Die genauen Hintergründe dieser Angaben bleiben jedoch unklar. Kolumbien setzt bereits seit einigen Jahren Drohnen im Kampf gegen den Drogenhandel ein. Eine genaue Anzahl der eingesetzten Geräte wurde jedoch nie bekanntgegeben. Bei diesen Einsätzen sei die Aufklärung vorerst von bemannten Flugzeugen der kolumbianischen Luftwaffe geleistet worden, da diese die Erlaubnis zum Überflug bestimmter Regionen im Rahmen des Antidrogenkampfes habe. Die Idee sei aber, diese bemannten Flüge nun durch Drohnen zu ersetzen.

Bereits im März hatte der Oberkommandierende des in Lateinamerika aktiven Südkommandos der US-Armee, John Kelly, während einer Anhörung im Kongress ausgeführt: "Die Spionagedrohnen könnten uns sehr helfen, den Druck und die finanzielle Belastung zu mindern, die der Luftwaffe durch bemannte Flüge entstehen."

Neben den Aufklärungsdrohnen aus US-amerikanischer Produktion wird Kolumbien dank eines bilateralen Abkommens noch zwei weitere Typen unbemannter Flugapparate aus israelischer Produktion erhalten, wie der Kommandant der kolumbianischen Luftwaffe, Tito Saúl Pinilla, der kolumbianischen Tageszeitung El Espectador sagte, ohne die genaue Anzahl zu präzisieren. Der Luftwaffengeneral dementierte zwar den Bericht der Washington Post, würde aber eine Belieferung mit US-amerikanischen Drohnen begrüßen. Zudem hätten die kolumbianischen Streitkräfte bereits ein eigenes Drohnensystem mit dem Namen Iris entwickelt, welches demnächst auf einem Stützpunkt nahe der Hauptstadt Bogotá erprobt werde.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr

Was Sie auch interessieren könnte ...

15.06.2012 Nachricht von Eva Haule
25.07.2013 Nachricht von Hans Weber