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Morales nimmt Entschuldigungen aus EU an

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Boliviens Präsident Evo Morales
Boliviens Präsident Evo Morales

La Paz. Boliviens Präsident Evo Morales hat die Entschuldigungen von Frankreich und Spanien akzeptiert, die am 2. Juli ihren Luftraum für seine Präsidentenmaschine gesperrt hatten. Er wolle mit diesem Schritt den Fortbestand respektvoller Beziehungen ermöglichen, sagte Morales. Zugleich betonte der Staatschef, dass Bolivien sich vorbehalte, vor internationalen Organen Beschwerden gegen die genannten Mitgliedsstaaten der europäischen Union einzureichen.

Morales bedankte sich im Zuge seiner Äußerungen auch für die Unterstützung der lateinamerikanischen Staaten, insbesondere der Unasur, der ALBA und der Celac. Er verurteile die Spionageaktivitäten der USA gegen ihre eigenen Bürger und andere Staaten. Dies sei ein Verstoß gegen die Menschenrechte, so Morales weiter.

Dem linksgerichteten Präsidenten war Anfang Juli, offenbar auf Grundlage falscher Hinweise aus den USA, nach denen der US-amerikanische Whistleblower Edward Snowden an Bord seiner Präsidentenmaschine sei, der Überflug Frankreichs, Italiens, Portugals und Spaniens verweigert worden. Er befand sich auf dem Rückweg aus Moskau, wo er an einer Konferenz Erdgas exportierender Staaten teilgenommen hatte. Der Eingriff, der international heftig kritisiert wurde, zwang das bolivianische Staatsoberhaupt zu einer außerplanmäßigen Zwischenlandung in Wien.

Frankreichs Präsident Francois Holland bat inzwischen persönlich in einem Telefonat bei seinem Amtskollegen um Entschuldigung. Auch Spanien entschuldigte sich deutlich dafür, den Präsidenten nicht angemessen behandelt und in eine schwierige Situation gebracht zu haben. Portugal und Italien hingegen präsentierten lediglich Erklärungen des Vorfalls, die Boliviens Außenminister David Choquehuanca als unzureichend bezeichnete.

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