Neue Welle der Gewalt gegen Bauern in Catatumbo

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Die Bauern des Catatumbo fordern eine  "würdige Alternative" zum Koka-Anbau
Die Bauern des Catatumbo fordern eine "würdige Alternative" zum Koka-Anbau

Cúcuta, Kolumbien. Soldaten der kolumbianischen Streitkräfte haben am gestrigen Dienstag in der kolumbianischen Region Catatumbo auf Bauern geschossen, als diese versuchten, die Vernichtung ihrer Koka-Anpflanzungen zu verhindern. Dies berichtete der lokale Bauernverband ASCAMCAT in einer öffentlichen Erklärung.

In einer in lokalen Medien veröffentlichten Stellungnahme der ASCAMAT heißt es, die Regierung von Präsident Juan Manuel Santos beharre auf der Gewalt als Lösung für das Problem des Koka-Anbaus. Spezialtruppen der Streitkräfte zur Vernichtung der Koka-Pflanzungen seien in den Bezirken Tibú und Sardinata im Einsatz. Diese Maßnahmen stellten den wieder aufgenommenen Verhandlungsprozess zwischen den Bauern und der Regierung in Frage und verhinderten das Zustandekommen der dringend notwendigen Vereinbarungen für den Catatumbo, so die Bauernorganisation.

Auf der Tagesordnung der Verhandlungen steht auch das von den Bauern geforderte sofortige und dauerhafte Ende der Vernichtung illegaler Koka-Pflanzungen und die Anbausubstitution. Die Gespräche wurden am vergangenen Freitag fortgesetzt. Die Bauernorganisation fordert die Aussetzung der Vernichtung der Koka-Anpflanzungen, bis eine "würdige Alternative" für die Sicherung der Existenzgrundlage der Bauernfamilien geschaffen ist.

"Wir weisen die Kriminalisierung zurück, die kontinuierlich gegen die Bauern in den Gebieten des Koka-Anbaus ausgeübt wird und erinnern daran, dass dieser Anbau die einzige ihnen verbliebene Alternative ist, um ihre Familien zu ernähren – angesichts der totalen und schändlichen Vernachlässigung durch den Staat", heißt es in der Erklärung. Zugleich machte die ASCAMAT deutlich, dass die Verantwortung für jeglichen Angriff auf die Bauernschaft beim Staat liege und forderte ein Ende der Menschenrechtsverletzungen.

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