Neue venezolanische Satellitenkontrollstation eingerichtet

satelitemiranda-twitter-632x505.png

"Satellit Miranda - ein souveräner Blick"
"Satellit Miranda - ein souveräner Blick"

El Sombrero, Venezuela. Die venezolanische Regierung hat offiziell die Kontrolle des im September 2012 ins Weltall gebrachten Satelliten "Miranda" übernommen. Eine Bodenkontrollstation im nördlichen Bundesstaat Guárico, besetzt mit 54 in China ausgebildeten Venezolanern, übernahm nun die Leitung.

Bei einer Rede zur Einweihung der Station gab der Minister für Wissenschaft, Technologie und Innovation, Manuel Fernández, bekannt, dass der mit vier Kameras ausgestattete Satellit von jetzt an fünf Jahre lang das venezolanische Territorium erfassen wird. Die Informationen dienen laut Fernández sowohl zahlreichen zivilen Zwecken, wie unter anderem der Rohstofferkundung, der Planung von Städten und Industrieparks, der Landwirtschaft, als auch Sicherheits- und Verteidigungsinteressen. Dadurch solle der Fortschritt des Landes positiv beeinflusst werden.

Sie schätzen unsere Berichterstattung?

Dann spenden Sie für amerika21 und unterstützen unsere aktuellen, hintergründigen und professionellen Beiträge über das Geschehen in Lateinamerika und der Karibik.

Damit alle Inhalte von amerika21.de weiterhin für Alle kostenlos verfügbar sind.

Ihr amerika21-Team

Der Satellit Miranda ist nach dem Offizier Sebastián Francisco de Miranda Rodríguez benannt, der Ende des 18. bis Anfang des 19. Jahrhunderts für die Unabhängigkeit und Befreiung der spanischen und portugiesischen Kolonien kämpfte und als Wegbereiter für Simón Bolívar gilt. In einer Höhe von 640 km und mit einer Geschwindigkeit von 27.900 km pro Stunde umrundet der Satellit Miranda täglich drei bis vier mal die Erde und sendet 350 Bilder pro Tag an die Bodenkontrollstation. Er ist neben dem Satelliten Simón Bolívar, der seit 2008 im Orbit kreist, bereits der zweite venezolanische Satellit im Weltall.

Möglich wurde dieses ambitionierte Hochtechnologieprojekt durch die Kooperation mit China, wo das Personal ausgebildet, die Satelliten hergestellt und von wo aus sie bislang auch gesteuert wurden. Den Grundstein für dieses Projekt legte der im März 2013 verstorbene venezolanische Präsident Hugo Chávez im Jahre 2003, um die Unabhängigkeit des Landes voranzutreiben. Im Fortlauf dieser bilateralen Zusammenarbeit kündigte Fernández zum wiederholten Male an, dass eine Fabrik zur Produktion von Kleinsatelliten mit einer Masse bis zu einer Tonne in Venezuela eingerichtet werden soll. Dort sollen dann jährlich zwei Satelliten produziert werden können.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr