UNO: Mehr Schutzmaßnahmen für Menschenrechtsaktivisten

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Bilder von Verschwundenen bei der Kundgebung in Guatemala-Stadt am 30. August
Bilder von Verschwundenen bei der Kundgebung in Guatemala-Stadt am 30. August

Genf/Guatemala-Stadt. Die Vereinten Nationen haben zum Schutz und zur Unterstützung von Familien und Gruppen der Zivilgesellschaft aufgerufen, die sich für die Rechte der Opfer des Verschwindenlassens in mehreren lateinamerikanischen Ländern, darunter Guatemala, einsetzen. Dies berichtete die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina.

Die Familien der Verschwundenen und die NGOs seien oftmals die einzige Stimme in ihren Ländern, die die Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung für die Opfer fordert, heißt es in einer Erklärung von Experten des UN-Komitees gegen das gewaltsame Verschwindenlassen und der UN-Arbeitsgruppe über erzwungenes oder unfreiwilliges Verschwinden.

In einer Note, die in Genf unterzeichnet wurde, lancierten die unabhängigen Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen einen gemeinsamen Aufruf zum Internationalen Tag für die Opfer des Verschwindenlassens, der am 30. August begangen wurde.

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Sie forderten die Staaten auf, Maßnahmen zum Schutz der Familien und Gruppen der Zivilgesellschaft zu ergreifen, die sich für die Verschwundenen und deren Angehörige einsetzen. Jede Handlung der Einschüchterung, Verfolgung oder Vergeltung gegen diese sollte verhindert und bestraft werden. Die UNO-Vertreter stellten außerdem fest, dass die Reduzierung der finanziellen Zuwendungen die Arbeit einiger NGOs und Vereinigungen von Familien erschwere, die sich für die Gerechtigkeit einsetzen und die Angehörigen der Verschwundenen unterstützen.

Am 30. August forderten in Guatemala Menschenrechtsaktivisten und Familienangehörige von Opfern des bewaffneten Konflikts (1960-1996) Gerechtigkeit für die 45.000 guatemaltekischen und ausländischen Verschwunden, die Opfer der Repression wurden. Bauern und Vertreter sozialer Bewegungen, Politiker und Studenten zeigten bei einer Kundgebung auf dem Plaza de la Constitución der Hauptstadt Fotografien von Verschwundenen. Die Aktivisten forderten vom Kongress die Schaffung einer Nationalen Kommission für die Suche nach den Opfern des Verschwindenlassens, entsprechend einer Initiative, die der gesetzgebenden Körperschaft bereits im Jahr 2006 vorgelegt worden war.

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