Widerstand gegen US-Militär in Costa Rica

Lokalpolitiker bittet um humanitären Beistand von US-Truppen. Bauern und Indigene wehren sich jedoch gegen die militärische Präsenz

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Emblem des Südkommando US-Streitkräfte (USSOUTHCOM)
Emblem des Südkommando US-Streitkräfte (USSOUTHCOM)

Talamanca, Costa Rica. Bauern und Indigene in Costa Rica wehren sich gegen einen geplanten Einsatz US-amerikanischer Militärs in einer südliche Urwaldregion des mittelamerikanischen Landes. Sie reagierten damit auf den Vorstoß des Gemeindebürgermeister von Talamanca in Costa Rica, Melvín Cordero, der im August um das Einrücken von Soldaten des Südkommandos der USA auf das Gebiet der Bribri-Indigenen gebeten hatte. In einem an die costaricanische Präsidentin Laura Chinchilla gerichteten Brief ersuchte der Gemeindevorsteher um die Einrichtung "einer humanitären Luftbrücke", um den Zugang von Institutionen für Sozialfürsorge, Bildung und ländliche Entwicklung zu ermöglichen.

Beim Südkommando der Vereinigten Staaten (USSOUTHCOM) handelt es sich um militärische Einsatzkräfte, die für Sicherheitsoperationen, Überwachung und Interventionen in über 31 Ländern außerhalb der USA, insbesondere in Lateinamerika und der Karibik zuständig sind. Es verfügt nach Schätzungen über mehr als 24.000 Soldaten, einschließlich der kürzlich reaktivierten 4. Flotte. Ihre Aufgabe besteht darin, über die Interessen der USA in Lateinamerika zu wachen und geht dabei von der Hauptachse des Panamakanals aus.

Das Ersuchen des karibischen Bürgermeisters ist als Mittel gedacht, den Gemeinden von Alto Telire wesentliche Dienstleistungen anzubieten. Die Initiative hat selbst die Siedler des Bezirkes Talamanca überrascht, die sich dagegen verwahrt haben, dass militärische Einheiten ihr Territorium betreten.

In diesem Zusammenhang interviewte ein lokaler Radiosender Leonardo Buitrado, einen dort ansässigen Indigenen, der sagte, dass es sich um eine Aktion handle, die den Ort gefährde und den Einmarsch von Militärs ermögliche, ohne die indigene Bevölkerung zu konsultieren. Man wisse außerdem, dass das US-Südkommando bereits in anderen Ländern bei der Vertreibung von Indigenen aus ihren Gebieten mitgewirkt und fortschrittliche Regierungen gestürzt habe. Außerdem erwähnte er, dass es in den betreffenden Gebieten Bergbau gebe.

Laut Wilbert Gómez, einem Bauern aus Sixaola, ist eine militärische Beteiligung an humanitären Maßnahmen unnötig. Die von den Ortschaften benötigte Hilfe könne unter Mitwirkung nationaler Institutionen von den indigenen Gemeinden selbst geleistet werden. Außerdem verwies er darauf, dass "die Militärgewalt zur Unterdrückung der Bevölkerung und zur Ausübung von Macht über die Dörfer eingesetzt wird. Aber wir lieben unsere Souveränität und Freiheit und wir glauben, dass wir selbst die Fähigkeit besitzen, zu sagen was wir wollen."

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