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Multinationale Militärübung "Resolute Sentinel 2024" unter US-Führung in Peru

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Beginnende Militärübung Resolute Sentinel 2024
Das Manöver von Militärs aus sieben Ländern begann am 28. Mai in Peru

Lima. Der peruanische Verteidigungsminister Walter Astudillo Chávez hat am 27. Mai die multinationale Militärübung "Resolute Sentinel 2024" eröffnet, die vom 28. Mai bis zum 14. Juni in Peru stattfindet. Beteiligt sind Streitkräfte aus den USA, Peru, Ecuador, Brasilien, Chile, Kolumbien und Frankreich.

Astudillo erklärte dazu: "Resolute Sentinel 24 ist eine hervorragende Gelegenheit, unsere Freundschaft zu stärken, unsere Zusammenarbeit und unsere Fähigkeiten zu verbessern, um den Bedrohungen und Herausforderungen in einer zunehmend vernetzten Welt begegnen zu können".

"Resolute Sentinel" (zu deutsch etwa: Entschlossener Wachposten) wird von der Luftwaffe des United States Southern Command (Southcom, Südkommando) organisiert, das die Regierung von Peru gebeten hat, die Militärübung auch in Kooperation mit ihren Luftstreitkräften durchzuführen.

Das Soutcom ist verantwortlich für die Koordination und Führung aller militärischen Operationen der USA in Lateinamerika und der Karibik.

Die teilnehmenden Streitkräfte führen unter anderem Kampf-, Transport- und Hubschraubereinsätze sowie Spezial-, Cyber-, Weltraum-, Logistik-, humanitäre Hilfs-, Katastrophenhilfe-, Informations- und Zivileinsätze durch. Darüber hinaus wird eine Rechtsberatung zum operativen Militärrecht angeboten.

Die Militärübung "Resolute Sentinel" wird seit 2021 vom Southcom mit verschiedenen Ländern und Schwerpunkten durchgeführt. Im ersten Jahr waren Streitkräfte aus El Salvador, Guatemala und Honduras beteiligt, der Schwerpunkt lag auf medizinischer Hilfe und Bauprojekten, es wurde die Interoperabilität im Kampf und die Katastrophenhilfe trainiert.

2022 waren an dem Manöver neben US-Truppen Militärs aus El Salvador, Honduras und Belize beteiligt. Laut Berichten wurde der medizinische Austausch, Ausbildung bei Hilfs- und Bauprojekten sowie die Zusammenarbeit im Kampf und Katastrophenhilfe trainiert.

Nach der Absetzung des linken Präsidenten Pedro Castillo in Peru 2023 genehmigte die De-facto-Regierung von Diana Boluarte die Einreise von US-Militärs in das südamerikanische Land, unter der Vorgabe, eine gemeinsame Ausbildung mit den Streitkräften und der Polizei durchzuführen.

In einem zweiten von der Boluarte-Regierung herausgegebenen Dekret wurde der Weg für "Luft- und Seemittel und militärisches Personal" der USA geebnet. Im Rahmen der Ausbildungszusammenarbeit fand die erste Militärübung "Resolute Sentinel 2023" vom 1. Juni bis 31. August in Peru statt. Unter Leitung des Südkommandos waren auch Truppen aus Kolumbien, Chile, Brasilien, Ecuador, Uruguay, Panama und Großbritannien beteiligt.

Das in Venezuela erscheinende Onlinemedium Misión Verdad schrieb damals: "Alles deutet darauf hin, dass die USA ein wichtiges Stück dessen, was sie als ihren geopolitischen 'Hinterhof' betrachten, einen der Hafenknotenpunkte der Pazifikachse, nicht verlieren wollen."

Eine der Übungen wurde 2023 in Lima und Callao durchgeführt, wo sich die wichtigsten Häfen des Landes befinden und der Hafen von Chancay gebaut wird ‒ der größte in Peru. Er wird mit chinesischem Kapital gebaut, eine Investition, die von den USA nicht gerne gesehen wird, da sie ihre Interessen in der Region beeinträchtigt.

Dass geostrategische Interessen hinter dem Militärmanöver stehen, wird auch an einem Bericht der Orinocotribune deutlich: "Peru verfügt über riesige Vorkommen an Bodenschätzen, die für das globale kapitalistische Produktions- und Verteilungssystem unerlässlich sind. Das Land ist der zweitgrößte Produzent von Kupfer, Silber und Zink. Es ist der drittgrößte Produzent von Blei und der viertgrößte Lieferant von Zinn und Molybdän. Darüber hinaus ist Peru der achtgrößte Goldproduzent weltweit und die Nummer eins in Lateinamerika."

In der Presseerklärung der peruanischen Regierung zu dem Manöver heißt es: "Diese multinationale Übung festigt Peru als wichtigen strategischen Partner für die Sicherheit in der Region, fördert die internationale Zusammenarbeit und stärkt die zivil-militärischen Beziehungen zum Nutzen der Sicherheit der Hemisphäre."