Venezuela vertieft Beziehungen zu China und Indien

Unterzeichnung neuer Abkommen während Präsident Maduros Staatsbesuch in China. Strategische Zusammenarbeit soll erweitert werden

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Venezuelas Präsident Nicolás Maduro und Chinas Staatschef Xi Jinping während des Treffens in Peking
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro und Chinas Staatschef Xi Jinping während des Treffens in Peking

Peking/Caracas. Anlässlich eines mehrtägigen Staatsbesuches des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in der Volksrepublik China haben die beiden Länder 24 neue Abkommen geschlossen. Diese betreffen die Zusammenarbeit und Investitionen in verschiedenen Sektoren der venezolanischen Wirtschaft. Wie Venezuelas Industrieminister Ricardo Menéndez erklärte, soll insbesondere die industrielle Produktion des südamerikanischen Landes durch den Transfer chinesischer Technologien gestärkt werden. So plant beispielsweise der chinesische Autohersteller Yutong, in Venezuela mehrere Produktionsstätten aufzubauen.

Die institutionelle Zusammenarbeit umfasst auch Bereiche der technologischen Entwicklung wie die Satellitentechnik. Damit werden bestehende Kooperationsprogramme zwischen den beiden Staaten weitergeführt und vertieft. Ein früheres Abkommen mit der Volksrepublik hatte etwa die Herstellung und Inbetriebnahme der beiden venezolanischen Satelliten "Simón Bolívar" und "Miranda" in den Jahren 2008 und 2012 ermöglicht. Seit diesem Monat werden beide Satelliten von einer Bodenkontrollstation im Norden Venezuelas aus gesteuert, die unter der Leitung von 54 in China ausgebildeten Technikern und Fachleuten steht.

Auch in der Landwirtschaft soll die Kooperation ausgeweitet werden. Der venezolanische Landwirtschaftsminister Yván Gil bezeichnete das Thema als fundamentalen Teil der bilateralen Zusammenarbeit. Die unterzeichneten Abkommen würden chinesische Investitionen für den Ausbau der Infrastruktur, Bewässerungssysteme, Elektrifizierung ländlicher Gebiete und Erschließung neuer landwirtschaftlicher Zonen mit sich bringen, so Gil. Auch auf der Ebene der Ausbildung und der Wissenschaften hätten sich die guten Beziehungen zu China niedergeschlagen, etwa durch die Schaffung der Venezolanischen Akademie für Agrarwissenschaft (ACAV) im westlichen Bundesstaat Barinas, welche durch den Chinesisch-venezolanischen Entwicklungsfonds (FCCV) finanziert wurde.

Der Besuch der venezolanischen Delegation diente überdies zu Treffen auf höchster Ebene. Präsident Maduro traf den chinesischen Staatschef Xi Jinping und weitere hohe Funktionäre der Kommunistischen Partei. Maduro betonte, die Beziehungen zwischen Venezuela und China seien von großem Vertrauen und Respekt geprägt. Neben der wirtschaftlichen Zusammenarbeit sei China auch ein Partner bei der Schaffung einer neuen politischen Vision für die Welt, sagte der venezolanische Amtsträger: "Unsere Gesellschaften, unsere Regierungen, unsere Parteien sollten einen permanenten Dialog darüber beginnen, um die Erfahrungen des Sozialismus im 21. Jahrhundert auszutauschen". Gemeinsam müsse die "wunderschöne Idee" gepflegt werden, eine menschliche Gesellschaft auf den Prinzipien des Sozialismus zu errichten, so Maduro.

Der venezolanische Präsident dürfte schon bald wieder nach Asien reisen. Die Regierung Indiens hat Maduro offiziell zu einem Staatsbesuch eingeladen, wie der indische Minister für Öl und Erdgas, Veerapa Moily, bekanntgab. "Unsere Beziehungen zu Venezuela sind exzellent, und wir werden einen Plan entwerfen, um sie weiter auszubauen", sagte Moily. Zu diesem Zweck werde bereits vom 7. bis 9. Oktober eine indische Delegation nach Venezuela reisen, so der Minister. Venezuela liefert täglich 400.000 Barrel Öl an Indien, was rund ein Drittel des Bedarfs des asiatischen Landes deckt.

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