Kuba, Mexiko, Venezuela und Nicaragua Spitze im Kampf ums Brot

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Gewinner und Verlierer im Welthungerindex. Rechts mit dabei: Paraguay
Gewinner und Verlierer im Welthungerindex. Rechts mit dabei: Paraguay

Berlin. Haiti, Guatemala, Bolivien und Paraguay sind die Länder Lateinamerikas und der Karibik mit den größten Schwierigkeiten ihre Bevölkerung mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Das geht aus dem achten Bericht des International Food Policy Research Institute (IFPRI), der irischen Nichtregierungsorganisation Concern Worldwide und der Welthungerhilfe vor. Das Dokument nennt Kriege, Naturkatastrophen und Preiserhöhungen für Nahrungsmittel als wichtigste Gründe für die schwierige Ernährungssituation.

Haiti befindet sich auf dem Global-Hunger-Index (GHI) mit 23,3 GHI-Punkten unter den 16 Ländern der Erde mit der Einstufung "sehr ernst" oder "alarmierend ernst". Je mehr Punkte, desto schlechter steht es um die Ernährung im Land. Trotz Erdbebenkatastrophe 2010 verbesserte sich Haiti von 27,0 (2005) auf 23,3. Guatemala (15,5) und Bolivien (11,2) sind Teil der Gruppe von weiteren 37 Ländern, deren Einstufung als "ernst" bezeichnet wird. Dabei verbesserte Bolivien die Lage seiner Bürger seit der Wahl der Linksregierung 2005 von 13,8 auf 11,2 GHI-Punkte, womit nur 1,2 Punkte bis zum Status "moderat" fehlen. 1990 lag der Wert noch bei 18,8.

Paraguay (10,1) hat seit der letzten Erhebung 2005 als einziges südamerikanisches Land eine negative Entwicklung durchgemacht, sich im Vergleich zu 1990 sogar um neun Prozent verschlechtert. Auf dem Ernährungsindex legte der Soja-Exporteur im Vergleich zur letzten Messung 2005 um 3,8 GHI-Punkte zu. In Guatemala hat sich die Situation seit dem Abschluss der Friedensverträge 1996 (1995: 16,1; 2000 und 2005: 17; 2013: 15,5) nur leicht verbessert, seit 1990 sogar leicht um 3 Prozent verschlechtert.

Gehören Paraguay und Guatemala weltweit zu den fünf Verlierern der letzten 13 Jahre zählt der Bericht Kuba mit einem Rückgang von 73 Prozent zu den "Siegern" in ganz Lateinamerika und der Karibik. In der Bestenliste, welche die zehn Länder mit den größten Anstrengungen im Kampf gegen Hunger aufführt, folgen Mexico (-70 Prozent), Venezuela (- 69 Prozent), Peru (- 66 Prozent) und Nicaragua (- 61 Prozent) noch vor China, das sein Ranking um 58 Prozent verbesserte.

Zur Erarbeitung des Berichts stützten sich die Autoren auf den Prozentsatz der unterernährten Bevölkerung, die Anzahl unterernährter Kinder unter fünf Jahren und Kindersterblichkeit dieser Kohorte. Gemäß Daten der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) litten 2012 rund 870 Millionen Menschen weltweit unter chronischer Unterernährung.

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