Lateinamerika / Soziales

Gleichstellung: ALBA-Länder Spitze in Lateinamerika

Studie zu Geschlechtergerechtigkeit lobt hohen Frauenanteil in Volksvertretungen und abnehmende Lohnunterschiede

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Spitze des Bäuerinnenverbandes Bartolina Sisa in Bolivien
Die Führung des indigenen Bäuerinnenverbandes Bartolina Sisa aus Bolivien beim Frauengipfel 2010 in Cochabamba

Berlin/Cologny. Laut der Studie "Global Gender Gap Report 2013" des Weltwirtschaftsforums (WEF) haben Nicaragua, Boliven und Ecuador von insgesamt 110 aufgeführten Ländern die Situation von Frauen

seit seinem ersten Erscheinen 2006 am stärksten verbessert. Darauf macht auch der auf der Webseite der Botschaft der Republik Bolivien in Deutschland veröffentlichte aktuelle Newsletter aufmerksam, der Teile des Ende Oktober dieses Jahres erschienenen 388-Seiten-Berichtes zitiert.

Der WEF-Studie zufolge haben in Lateinamerika bei der Gleichstellung von Mann und Frau die Mitglieder des Staatenbündnisses "Bolivarianische Allianz für die Völker unseres Amerika" (ALBA) die meisten Fortschritte gemacht. 

Bolivien liegt weltweit auf Rang 27 der untersuchten Länder, sowohl was die Mitwirkung von Frauen in Politik und Wirtschaft als auch Bildungschancen und den gleichberechtigten Zugang zu Gesundheitsversorgung angeht. "Bolivien ist Spitzenreiter in Südamerika bei der Einkommensentwicklung der Frauen und hält mit 45 Prozent den zweiten Rang der Länder mit Frauen in Ministerämtern", lobt das jüngste Papier des neoliberal ausgerichteten Weltwirtschaftsforums die Gender-Polititk der regierenden Bewegung zum Sozialismus. Bolivien habe sich seit 2012 (Platz 30) um drei Plätze verbessert, im Jahr 2011 stand das Land noch auf Platz 62, 2010 auf Platz 76 und 2006 auf Platz 87.

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Gender-Gap-Ranking 2013 in Lateinamerika und Karibik
Gender-Gap-Ranking 2013 in Lateinamerika und Karibik

Angeführt wird das Ranking in Lateinamerika und der Karibik von Nicaragua (weltweit: Platz 10), Kuba (15), Ecuador (25) und Bolivien (27). Nicaragua sei in der Region weiterhin "Spitze" und ist das einzige lateinamerikanische Land unter den globalen Top-10. "Nicaragua ist auf Platz 5 des Unterindices für Politisches Empowerment und liegt außerdem auf Platz 2 aller Länder mit niedrigem mittleren Einkommen".

"Kuba ist Teil der Top-20-Länder mit der höchsten Frauenbeteiligung professioneller Anstellung und im technischen Bereich, und ist das Land mit der höchsten Beteiligungsquote von Frauen im Parlament (49 Prozent)", stellt der Bericht weiter fest. Kuba sei zudem "der beste Performer im Ranking aller Länder mit höherem mittleren Einkommen". Im globalen Ländervergleich habe sich die Karibikinsel um vier Plätze verbessert, was "vor allem auf einen Anstieg von Frauen im Parlament zurückzuführen ist".

Ecuador habe acht Platze gut gemacht, "angetrieben durch die Schließung von Lücken in der Arbeitsbeteiligung, mehr Lohngleichheit bei gleicher Arbeit, Beteiligung in professionellen und technischen Berufen und parlamentarischen Positionen".

Der Bericht betont, dass Brasilien, Chile und Kolumbien das Defizit beim Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung für Frauen deutlich verringern konnten. Großen Nachholbedarf gebe es in diesen Gesellschaften beim Thema Chancengleichheit und politischer Teilhabe.

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