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30.11.2013 Kuba / USA / Politik

Kuba suspendiert konsularische Dienste in USA

Sitz der kubanischen Interessenvertretung in Washington D.C.

Sitz der kubanischen Interessenvertretung in Washington D.C.

Washington D.C./Havanna. Die Interessenvertretung Kubas in der US-amerikanischen Hauptstadt Washington D.C. hat am Dienstag überraschend mitgeteilt, dass ab sofort jegliche Bearbeitung konsularischer Formalitäten eingestellt wird. Dies bedeutet unter anderem, dass keine Reisepässe und Visa, die zur Reise auf die Insel berechtigen, ausgestellt werden.

In einem Kommuniqué machte die Interessenvertretung teilweise die M&T-Bank dafür verantwortlich. Diese habe am 12. Juli mitgeteilt, dass sie ausländischen Missionen keine Dienstleistungen mehr zur Verfügung stellen werde. Von diesem Zeitpunkt an habe die kubanische Mission, sogar mit Hilfe des Außenministeriums der USA, versucht, einen neuen Dienstleister zu finden. Es gebe jedoch keine Bank, die bereit sei, die Konten der diplomatischen Vertretung Kubas in den USA zu führen. Grund sei die Handelsblockade der USA gegen den sozialistischen Karibikstaat.

Die Einstellung der konsularischen Dienste bedeutet, dass die in den USA lebenden Kubanoamerikaner keine kubanischen Pässe mehr erhalten und US-amerikanische Reisende, denen es gestattet wird, auf die Insel zu reisen, keine Visa mehr beantragen können. US-Bürger, die in Kuba geboren wurden, sind im Allgemeinen dazu verpflichtet, sich einen kubanischen Pass ausstellen zu lassen, um auf die Insel zu reisen. In jüngerer Zeit hatten hunderttausende Kubanoamerikaner und in den Vereinigten Staaten ansässige Kubaner die Möglichkeit genutzt, ihre Verwandten auf der Insel häufiger zu besuchen. Außerdem reisten 100.000 US-Bürger nach Kuba, nachdem US-Präsident Barack Obama die Reglementierungen flexibilisiert hatte. Die "Reisen von Volk zu Volk" genannten Programme umfassen spezifische Aktivitäten unter anderem im Bildungs- und Kultursektor, während touristische Reisen für den Normalbürger weiterhin verboten bleiben.

Ein geschäftsführendes Mitglied von Marazul Charters, eine der Firmen, die am längsten Reisen nach Kuba organisieren, sagte, dass die Entscheidung eine Krise für die Branche bedeute, besonders weil sich die Reiseagenturen aufgrund der Ferienzeit zum Jahresende auf einen starken Anstieg der Zahl der Reisenden vorbereiteten. Ein bekannter Fachmann für kubanische Angelegenheiten an der Universität Miami wies zudem darauf hin, dass sich auch die Einkünfte reduzieren, die die kubanische Regierung durch die Reisenden erziele.

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