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Neuer Wechselkurs in Venezuela, Präsident beklagt "Wirtschaftskrieg"

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Maduro: "USA führen Wirtschaftskrieg"
Maduro: "USA führen Wirtschaftskrieg"

Caracas. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat die USA in einem Interview mit der venezolanischen Tageszeitung Últimas Noticias für einen Wirtschaftskrieg gegen sein Land verantwortlich gemacht. Zugleich zeigte sich der sozialistische Politiker davon überzeugt, dass die laufende "wirtschaftliche Offensive" seiner Regierung die Lage verbessert. Als eine der jüngsten Maßnahmen wurde der Wechselkurs zwischen dem Venezolanischen Bolívar und dem Devisenkurs für Ausländer neu festgesetzt.

Im Interview mit Últimas Noticias zeigte sich Maduro davon überzeugt, dass Angriffe gegen die Wirtschaft von Venezuela "im Weißen Haus entschieden werden". Offenbar gingen entscheidende Gruppen in den USA davon aus, dass der Moment gekommen sei, um die Bolivarische Revolution zu zerstören. "Bis zu welchen Punkt hatte (US-Präsident Barack) Obama davon Kenntnis", fragte Maduro, um nachzuschieben: "Ich weiß es nicht, aber wenn er es wusste, ist das sehr schlecht. Und wenn er es nicht wusste, ebenso, weil alles im Weißen Haus geplant wurde."

Indes hat die Regierung von Venezuela bei dem Versuch, die Abwertung der Landeswährung Bolívar zu stoppen, einen neuen Wechselkurs für Touristen festgelegt. Seit Montag dieser Woche gibt es in Venezuela in staatlichen Wechselstuben 11,3 Bolívar für einen US-Dollar. Die Nachrichtenagentur AP wies darauf hin, dass dies "deutlich mehr (sei) als die bei den meisten Transaktionen weiterhin gültige offizielle Wechselrate von 6,3 Bolívar pro (US-)Dollar."

Der Wechselkurs, der jede Woche neu festgelegt werden soll, sei für Besucher in Venezuela und andere Besitzer von harten Devisen allerdings nicht wirklich ein gutes Geschäft. Auf dem Schwarzmarkt liege der Kurs bei derzeit 64 Bolívares.

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