Uruguay bietet Bolivien und Paraguay einen Hafen an

220px-pepemujica2_0.jpg

José Mujica
José Mujica

Montevideo. Der Präsident von Uruguay, José Mujica, hat den Ländern Bolivien und Paraguay angeboten, einen Hafen an der uruguayischen Atlantikküste zu betreiben.

Die beiden Länder im Binnenland des Kontinents haben als einzige in Südamerika keinen direkten Zugang zum Atlantischen oder Pazifischen Ozean. Die dadurch beschränkten Handelsmöglichkeiten werden immer wieder als Gründe für die zurückgebliebene Entwicklung beider Länder angeführt.

Der Containerhafen würde auf uruguayischem Territorium in der Stadt La Paloma gebaut werden, soll aber unter die Befugnis der Regierungen Paraguays und Boliviens gestellt werden. Mujicas Angebot geschieht im Rahmen der Wirtschaftsunion südamerikanischer Nationen Mercosur.

In einer Radioansprache sagte Uruguays Präsident: "Integrieren bedeutet eine Infrastruktur zu schaffen, die uns integriert, und dieser Region großzügig einen Hafen anzubieten, der im besten Fall auch noch Eigentum ihrer Regierungen sein kann."

Wenn Paraguay sein Holz, seine Mineralien, sein Soja über die Atlantikküste seines Landes verschiffen könne, und ebenso Bolivien, dann würde sich die Region insgesamt besser entwickeln, so Mujica. Gleichzeitig würden durch den neuen Logistiksektor Arbeitsplätze in Uruguay geschaffen werden.

Uruguays Botschafter in Bolivien Carlos Flanagan erklärte, dass man in Bolivien viel Potential in dem Projekt sehe. Bolivien liegt weiter im Clinch mit Chile, das bereits 1879 im "Salpeterkrieg" bolivianisches Territorium annektiert hatte, wodurch das Land den Zugang zum Pazifik verlor. Bolivien verlangt seither das 120 Quadratkilometer große Gebiet zurück. Paraguay verschafft sich bislang über die Flüsse Rio Paraguay, Rio Paraná und Rio de la Plata Zugang zum Atlantik. 

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr