Alternativmedien in Venezuela beschließen Aktionsplan

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Landesweites Treffen von 470 Alternativmedien in San Antonio de los Altos
Landesweites Treffen von 470 Alternativmedien in San Antonio de los Altos

Caracas. 540 Vertreter von rund 470 Kommunalmedien haben Mitte Januar im Bundesstaat Miranda einen gemeinsamen "Nationalen Plan für die Periode zwischen 2014 und 2019" erarbeitet. In 18 Arbeitsgruppen wurde über Weiterbildungsformen für den Nachwuchs, die Produktion der Inhalte, alternative Nachhaltigkeit und die Verantwortung im Rundfunkbereich diskutiert, so der Generaldirektor des Ministeriums für Kommunikation und Information, Reinaldo Escorcia.

Der daraus beschlossene nationale Plan hat 116 Aktionspunkte, die die Staatsinstitutionen und Kommunen verfolgen sollen. Es sei das erste Mal weltweit, dass die Bevölkerung selbst in kollektiver Form "als Vertreter der Volksmacht" einen Plan zur alternativen Kommunikation erstellt und bei der Umsetzung vom Staat unterstützt wird, betonte Escorcia.

Zur Weiterbildung des Nachwuchses ist beschlossen worden, dass die Gemeinden ihre eigenen Ausbildungsprogramme entwickeln sollen. Wegen der Frage der Nachhaltigkeit ist zunächst eine Diagnose der Mittel und Bedürfnisse der Kommunalmedien vorgesehen, die als Vorlage für einen Finanzierungsplan durch den Staat dienen soll. Bezüglich der Inhalte wollen die Basismedien sich vor allem mit der Befriedung des Landes und dem "Wirtschaftskrieg seitens rechter Gruppen" beschäftigen.

Es wurde außerdem die Gründung von Monatszeitungen vorgeschlagen, die in kollektivem Besitz bleiben sollen. Geplant ist auch die Zusammenarbeit von venezolanischen und argentinischen Portalen und Blogs, die Inhalte von lateinamerikanischen Basisorganisationen behandeln. Demzufolge gibt es die Idee, eine gemeinschaftliche Nachrichtenagentur der Kommunen ins Leben zu rufen.

Die existierenden alternativen kommunalen Zeitungen sollen ab sofort von den Staatsdruckereien aufgelegt werden. Für die Zukunft wird erwartet, dass diese Aufgabe von einem Netz kommunaler Druckereien übernommen wird, die gleichzeitig als kollektive Produktionsprojekte funktionieren.

Auf dem Treffen erhoben die Teilnehmer auch die Forderung nach gesetzlichen Neuregelungen. In der Sitzungsperiode 2010/2011 seien lediglich die ersten fünf Artikel eines Entwurfs angenommen worden, die nach einer breiten Diskussion unter den alternativen Kommunikatoren ins Parlament eingebracht worden waren. Die Vertreter der Alternativmedien hoffen, dass die restlichen Artikel, sowie die im Jahr 2013 vorgelegten Entwürfe bald verabschiedet werden. Ebenso wird auf eine Reform der Verordnungen gewartet, die den Bereich der kommunalen Radios regulieren.

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