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Mexiko: Entwaffnung der Bürgerwehren in Michoacán

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Am 30. April hat  im mexikanischen Bundestaat Michoacán offiziell die Entwaffnung der Bürgerwehren begonnen
Am 30. April hat im mexikanischen Bundestaat Michoacán offiziell die Entwaffnung der Bürgerwehren begonnen

Michoacán. Am 30. April hat im mexikanischen Bundesstaat Michoacán offiziell die Entwaffnung der Bürgerwehren begonnen. Die Registrierung und Abgabe der Waffen soll bis zum 10. Mai erfolgen. Dies gab der Sonderbeauftragte für Sicherheit und integrale Entwicklung der Region, Alfredo Castillo Cervantes, vor Medienvertretern bekannt. "Damit der Prozess ordnungsgemäß und transparent stattfindet, stehen nationale Einheiten der Streitkräfte zur Verfügung, das ist ein Schritt in Richtung Frieden und Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit“, so Castillo weiter.

Die zuvor erfolgte Einigung zwischen der Regierung und den Vertretern der Bürgerwehr legt fest, dass die Mitglieder alle ihre Waffen bei den Sicherheitskräften registrieren müssen. Allerdings müssen sie nur die sogenannten schweren Waffen, wie Granatwerfer, Raketenwerfer und Handgranaten abgeben.

Die Regierung versprach im Gegenzug die in den verschiedenen Gefängnissen festsitzenden Mitglieder der Bürgerwehren nach Michoacán zurückzuführen sowie sich an sozialen Projekten für die Witwen und Waisenkinder der Männer zu beteiligen, die im Kampf mit den Drogenkartellen gefallen sind.

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Während die Regierung weiterhin in der Öffentlichkeit von einer Entwaffnung spricht, lassen die Bürgerwehren zahlreichen Beobachtern zu Folge lediglich ihre Waffen registrieren ohne diese abzugeben. Zudem geben sie bereits öffentlich bekannt, dass sie weiter gegen die organisierte Kriminalität kämpfen werden.

Laut offiziellen Regierungsangaben sind bis Anfang Mai 1.100 Waffen registriert worden. Über abgegebene Waffen gibt es keine Zahlen.

Die Regierung hat in einen weiteren Schritt angekündigt, dass zur Erhöhung der Sicherheit in Michoacán sogenannte Ländliche Verteidigungseinheiten (Cuerpos de Defensa Rurales) gebildet werden. Dazu können sich sowohl Bürger als auch Mitglieder der Bürgerwehren bei den Einheiten der Streitkräfte melden. Sie werden dann in die Landesverteidigung eingegliedert und von Militärs ausgebildet und trainiert. 

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