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04.06.2014 Kanada / Karibik / USA / Militär

US-Südkommando leitet Manöver zur Drogenbekämpfung in der Karibik

Küstenwache karibischer Staaten im Rahmen der Operation "Tradewind 2014"

Küstenwache karibischer Staaten im Rahmen der Operation "Tradewind 2014"

Lizenz: Public Domain

Washington. Militärs aus den USA, Kanada und 16 Karibiknationen haben nach einer ersten Übung im Januar das zweite diesjährige gemeinsame Manöver zur Bekämpfung des Drogenhandels gestartet. Die multinationale Militäraktion wird unter der Bezeichnung "Tradewinds 2014" durchgeführt und steht unter dem Oberkommando des US-Südkommandos SOUTHCOM. Hauptaufgaben sind das Training für den Fall einer Naturkatastrophe sowie die Übung der Bekämpfung des Drogenhandels in der Region. In der Startphase während der ersten zehn Junitage trainieren 300 Soldatinnen und Soldaten in Antigua und Barbuda den Kampf gegen das Organisierte Verbrechen.

Die USA hatten über Jahrzehnte das Monopol bei der transnationalen militärischen Bekämpfung des Drogenhandels in Mittel- und Südamerika. "Tradewinds 2014" findet hingegen in einem neuen Kontext statt: Heute sind die USA nur noch eine von mehreren Großmächten, die in Lateinamerika Militäroperationen gegen den Drogenhandel durchführt. Vergangenes Jahr hatte die russische Regierung die Errichtung eines russisch-nicaraguanischen Drogenbekämpfungszentrums in Managua angekündigt. In der Ausbildungsstätte sollen Polizisten aus ganz Mittelamerika geschult werden. Russische Militärberater sollen sich ebenso bereits in Nicaragua befinden – das erste Mal seit Ende der 1980er Jahre.

Der Ausbau der russischen Militärpräsenz lässt die NATO-Staaten Nordamerikas enger zusammenrücken: Neben den USA nimmt auch Kanada an der Übung "Tradewinds 2014" teil. Das zweite nordamerikanische NATO-Mitgliedsland ist ein wichtiger Handelspartner vieler karibischer und mittelamerikanischer Staaten und hatte im vergangenen Jahr begonnen, an Drogenbekämpfungsoperationen in Mittelamerika teilzunehmen, vor allem in Belize. Die Beteiligung Kanadas als Juniorpartner kann als Versuch der USA aufgefasst werden, die Operationen nicht mehr alleine als US-amerikanische Politik darzustellen. Außerdem teilen sich somit die NATO-Mächte die Lasten der Operationen zur Aufrechterhaltung der militärischen Dominanz der NATO in Mittelamerika und der Karibik.

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