Hürden für Migranten an der Südgrenze Mexikos

Mexiko, Guatemala und USA wollen Migration erschweren. Zehntausende reisen auf Güterzügen in Richtung USA. Soziale Ursachen nicht gelöst

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Szene aus dem Film "La Bestia" von Pedro Ultreras
Szene aus dem Film "La Bestia" von Pedro Ultreras

Mexiko-Stadt. Die Regierungen von Mexiko, Guatemala und den USA wollen Migranten den Weg per Bahn in die Vereinigten Staaten erschweren. Dazu stellten sie nun das "Programm Südgrenze" vor, mit dem das sicherheitspolitische Vorgehen der drei Staaten besser koordiniert werden soll. Jährlich reisen schätzungsweise 60.000 Menschen auf einer Bahnstrecke aus Zentralamerika in die USA, die umgangssprachlich "La Bestia" genannt wird, das Monster. Die Bahnstrecke führt vom Süden Mexikos bis in den Norden und dient vielen Migranten beim Versuch, in die Vereinigten Staaten einzuwandern, als Transportmittel.

Auf den Güterzügen durchqueren schätzungsweise jährlich 12.500 Minderjährige die Region, von denen jedes sechste Kind ohne Begleitung ist. Die Gefahren der Reise in den Norden werden dabei von den meisten weit unterschätzt. Tausende Migrantinnen und Migranten werden auf ihrem Weg in die USA überfallen, ausgeraubt, vergewaltigt, ermordet oder fallen dem Menschenhandel zum Opfer.

Die meist prekäre ökonomische Situation in den Heimatländern, Unsicherheit, und instabile politische Verhältnisse sind die Hauptgründe für die hohe Zahl der Flüchtlinge. Solange diese Konflikte nicht gelöst werden, wird sich auch die Anzahl von jährlich insgesamt rund 200.000 Auswanderern aus Mittelamerika in die USA nicht verringern. Auch sorgen stärkere Kontrollen nach Auffassung von Menschenrechtsorganisationen nicht, wie von der Regierung angekündigt, für weniger Leid. Die Menschen seien auf dem Weg in die USA auch ohne den Zug den Gefahren der Durchreise ausgesetzt. Diese werde durch die geplanten Maßnahmen nicht sicherer, sondern nur erschwert.

"Wir können es nicht weiter dulden, dass sie (die Migranten) solch ein Risiko auf sich nehmen, dass sie ihr Leben verlieren und niemand etwas dagegen unternimmt. Dies ist Teil der angekündigten Reform des Präsidenten zur Aufsicht der Einwanderung an der südlichen Grenze", sagte Mexikos Innenminister Miguel Angel Osorio Chong. Das bedeute, dass für alle ohne Papiere "La Bestia" als Transportmittel "nicht mehr zugänglich sein wird."

Die Begründung, welche die mexikanische Regierung Präsident Enrique Peña Nietos öffentlich verkündet – viel Leid der Migrantinnen und Migranten verhindern zu wollen, indem präventive Maßnahmen getroffen werden – scheint wenig glaubwürdig. Diese Maßnahmen zielen vor allem auf eine kontrollierte Einreise nach Mexiko ab, was es den Behörden erleichtert, die Menschen direkt an der Grenze abzufangen. Dadurch entsteht die Möglichkeit, die Zahl der Flüchtlinge in Mexiko zu reduzieren. Dies spiegelt auch die Interessen der USA wieder, deren Außenpolitik den illegalen Übergang an der mexikanisch-amerikanischen Grenze so schwer wie möglich macht. Mit dieser Politik wird nun schon an der Südgrenze Mexikos begonnen.

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