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Morddrohungen gegen Bauernaktivistinnen in Kolumbien

Frauen von ASOMUPROCA beim Treffen mit einem Vertreter der staatlichen Behörde für Landrückgabe

Frauen von ASOMUPROCA beim Treffen mit einem Vertreter der staatlichen Behörde für Landrückgabe

Santa Marta. Aktivistinnen der Bäuerinnenorganisation ASOMUPROCA (Asociación de Mujeres Productoras del Campo) in Kolumbien werden mit dem Tod bedroht. Darauf weisen verschiedene kolumbianische Menschenrechtsorganisationen hin und fordern von der Regierung unter Präsident Juan Manuel Santos Maßnahmen zu ihrem Schutz. Amnesty International hat eine "Urgent Action" für Sol Carranza, Mauris Herazo López und weitere Mitglieder von ASOMUPROCA gestartet, da diese in jüngster Zeit täglich bis zu 16 Telefonanrufe erhalten haben, in denen Unbekannte drohten, sie zu ermorden.

Die Bäuerinnenorganisation, der 75 Frauen angehören, setzt sich für die Rückgabe des Grundstückes Playones de Pivijay in der Provinz Magdalena ein, von dem sie 1999 vertrieben wurden. Sie stützt sich dabei auf das Gesetz 1448 über die Landrückgabe und Entschädigung von Opfern des internen bewaffneten Konfliktes aus dem Jahr 2011. Im Juni dieses Jahres erreichte ASOMUPROCA die Aufnahme von 66 ihrer Mitglieder in das "Register für gewaltsam enteignete und brachliegende Ländereien" (RTDAF) – und damit den ersten Schritt im Prozess der Landrückgabe. Seitdem werden diese Frauen massiv bedroht und eingeschüchtert.

Die Schutzmaßnahmen von staatlicher Seite seien unzureichend und beträfen nur drei Frauen der Vereinigung, heißt es in einer Stellungnahme von ASOMUPROCA. Nationale und internationale soziale, Frauen- und Menschenrechtsorganisationen werden gebeten, den kolumbianischen Staat aufzufordern, umgehend die reale Gefahrenlage einzuschätzen und entsprechend zu handeln, damit das Leben und Gesundheit der Aktivistinnen geschützt werden.

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