Chile / Menschenrechte

Festnahmen im Mordfall Víctor Jara in Chile 41 Jahre nach Putsch

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Víctor Jara (1932-1973)
Víctor Jara (1932-1973)

Santiago de Chile. Nach zwei Tagen Untersuchungshaft ist in Chile ein ehemaliger Militär wieder freigelassen worden, der wegen des Mordes an dem Sänger und Theaterregisseur Víctor Jara inhaftiert worden war. Zwei weitere Verdächtige bleiben in Haft, berichtet die chilenische Nachrichtenseite BioBio. Der international bekannte Jara war nach dem blutigen Militärputsch gegen die demokratisch gewählte Regierung von Präsident Salvador Allende am 11. September 1973 in ein Konzentrationslager in Santiago de Chile verschleppt und dort am 16. September 1973 brutal ermordet worden.

Wie nun bekannt wurde, haben die Justizbehörden des südamerikanischen Landes den Justiziar des Staatlichen Verteidigungsrates, Rolando Melo, nach kurzer Untersuchungshaft gegen eine Kautionszahlung von 500.000 Peso (657 Euro) wieder freigelassen. Der Funktionär wird beschuldigt, Informationen im Fall des Mordes von Víctor Jara und dem ehemaligen Gendarmerie-Vorsitzenden Litree Quiroga vorsätzlich zurückgehalten zu haben. Zwei weitere Ex-Militärs, die ebenfalls ihre Freilassung auf Kaution beantragt hatten, bleiben nach der Entscheidung des Appellationsgerichts in Santiago de Chile in Haft.

Die Ex-Militärs Patricio Vázquez und Hernán Chacón, wurden nicht entlassen, nachdem das Gericht sie als Gefahr für die öffentliche Sicherheit einstufte. Beide Männer waren unlängst von Richter Miguel Vázquez als mutmaßliche Verantwortliche für den Mord an Víctor Jara und Litree Quiroga 1973 angeklagt worden. Die beiden Angeklagten sind in einem Gefängnis der Militärpolizei in der Gemeinde Peñalolén im Osten der Provinz Santiago inhaftiert.

Die Verbrechen der Putschisten in Chile beschäftigen bis heute die Politik und Justiz des südamerikanischen Landes. In wenigen Tagen jährt sich der Staatsstreich gegen die Regierung von Allende. Im Zuge des Putsches und des folgenden Staatsterrors wurden nach Untersuchungen einer Wahrheitskommission bis zu 4.000 Menschen ermordet.

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