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Familie von Victor Jara zeigt seinen Mörder in USA an

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Victor Jara (1932 –1973)
Victor Jara (1932 –1973)

Santiago de Chile. Die Familie des chilenischen Sängers Victor Jara, der während der Militärdiktatur von Augusto Pinochet ermordet (1973-1990) wurde, hat in den USA Anzeige gegen den früheren Offizier Pedro Núñez Barrientos wegen Mordes erstattet. Dies gaben ihre Rechtsanwälte bekannt.

Nach Angaben des "Zentrum für Gerechtigkeit und Verantwortung" (CJA) und der Anwaltskanzlei Chadbourne und Parke, hat Barrientos Jara kurz nach dem Putsch im September 1973 erschossen. Die Klage gegen Barrientos, dessen Wohnort in Deltona (USA) seit Jahren bekannt ist, beinhaltet außerdem Delikte wie Folter, extralegale Tötung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, schreiben die Rechtsvertreter der Familie Jara Vertreter in einer Erklärung.

Laut der Klage, die nun dem Distriktgericht des US-Bundesstaates Florida in Jacksonville vorliegt, wurde Jara von Soldaten unter dem Befehl von Barrientos gefoltert. Barrientos selbst habe Jara in den Kopf geschossen und danach seinen Untergebenen befohlen, mehrfach auf den Leichnam zu schießen. Der Sänger starb am 16. September 1973. Bei der Obduktion wurden 44 Einschüsse gezählt. Zuvor war er mehrere Tage lang im Nationalstadion in Santiago de Chile, das heute seinen Namen trägt, gefoltert worden.

Gegen Pedro Barrientos Núñez und sieben weitere Ex-Militärs wurde in Chile im Dezember 2012 Klage wegen Mordes an Victor Jara erhoben. Die chilenische Justiz erließ einen internationalen Haftbefehl gegen Barrientos und stellte ein Auslieferungsgesuch an die US-Behörden.

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