DruckversionEinem Freund senden

Russland soll kein Fleisch aus Paraguay importieren

Das Café Puschkin in Moskau

Das Café Puschkin in Moskau

Quelle: cafe-pushkin.ru

London. Die Organisation Survival International hat russische Spitzenrestaurants in einem Brief dazu aufgerufen, auf die Verwendung von Rindfleisch aus Paraguay zu verzichten. Hintergrund der Aktion sei die rasante Zerstörung des Waldes, in dem das unkontaktierte indigene Volk der Ayoreo lebt, durch die Rinderzucht, heißt es in einer Presseerklärung der Organsiation.

Das Schreiben, das unter anderem den Restaurants Bizon, Café Pushkin und Turandot zuging, ruft dazu auf, solange auf die Verwendung von Rindfleisch aus Paraguay zu verzichten, bis die Regierung des südamerikanischen Landes das Recht der Ayoreo auf ihr Land garantiert.

Russland ist nach Angaben von Survival International Hauptimporteur von Rindfleisch aus Paraguay. Dem brasilianischen Viehzuchtunternehmen Yaguarete Pora, das Produkte nach Russland exportiert, sei durch Satellitenaufnahmen wiederholt nachgewiesen worden, dass es illegal riesige Flächen des Chaco-Waldes planiert.

"Der Chaco ist die Heimat der unkontaktiert lebenden Ayoreo-Totobiegosode, eines der gefährdetsten indigenen Völker der Erde", so Survival International. Das Überleben der Indigenen hänge von ihrem Wald ab. Eine kürzlich erschienene Studie der University of Maryland habe ergeben, dass der Chaco die höchste Abholzungsrate weltweit aufweist.

Der Appell kommt nur wenige Wochen nach der Ankündigung lateinamerikanischer Staaten, ihre Agrarexporte nach Russland zu erhöhen. Sie reagierten damit auf ein russisches Einfuhrverbot für Agrargüter aus der Europäischen Union, den USA und Kanada. Diese Maßnahme war als Antwort auf die EU-Sanktionen getroffen worden.

Die Botschafter von Peru, Paraguay und Uruguay waren vor einem Monat mit dem Leiter der russischen Inspektionsabteilung für Landwirtschaft und Viehzucht (SIAG), Sergey Dankvert, zusammengekommen, um über die Steigerung und Diversifizierung ihrer Exporte zu sprechen. Der uruguayische Botschafter Anibal Cabral Segalerba betonte bei dieser Gelegenheit, dass sein Land die internationalen Sanktionen gegen Russland wegen der Ukraine-Krise nie unterstützt habe. Ähnlich äußerten sich Vertreter anderer Staaten der Region.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr

Was Sie auch interessieren könnte ...

11.08.2014 Nachricht von David X. Noack