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24.09.2014 Mexiko / Soziales / Umwelt

Stromausfall und Plünderungen nach Hurrikan in Mexiko

Plünderungen nach Verhängung des Ausnahmezustandes. Nach offiziellen Angaben wurden 19 Supermärkte zerstört

Plünderungen nach Verhängung des Ausnahmezustandes. Nach offiziellen Angaben wurden 19 Supermärkte zerstört

Mexikali. Hurrikan "Odile" hat ganze Landstriche im mexikanischen Bundesstaat Baja California Sur verwüstet. Dadurch sind wichtige Infrastrukturen zusammengebrochen, was unter anderem zu Plünderungen führte. Laut offiziellen Berichten kamen 95 Prozent des Stromnetzes zum Erliegen, wodurch kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung gestellt werden konnte. Der Ausnahmezustand in der Region hielt mehrere Tage an und führte zu Versorgungsengpässen, weshalb vor allem Supermärkte geplündert wurden. Zusätzlich zu dem Mangel an Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Wasser, Strom und dem Fehlen von lokalen Sicherheitskräften, bildeten sich bewaffnete Banden, die nicht nur Supermärkte leer räumten, sondern auch in Wohngebieten für Unruhe sorgten und Raubüberfälle begingen.

Rodrigo Sanchez Villa, Anwalt einer Hotelgruppe, erklärte in einem Radiointerview, dass es unverzüglich nach den Stürmen zu Plünderungen von Geschäften, Häusern und Wohnungen gekommen sei. Ein Anwohner berichtete, dass "die Regierung Unterstützung durch Marinesoldaten zugesichert hat, aber wir haben bisher noch keine gesehen. In allen Einkaufszentren kommt es zu Plünderungen, selbst Polizisten nehmen Sachen mit." Später schickte die Regierung verstärkt Sicherheitspersonal und ließ mehrere 100 Tonnen Grundnahrungsmittel in die Region bringen.

Baja California Sur an der Pazifikküste im Norden Mexikos ist ein beliebtes Tourismusziel. Die Infrastruktur wurde auf die Bedürfnisse von Reisenden ausgelegt, da diese eine große wirtschaftliche Bedeutung für die Region haben. Die Folgen der jüngsten Naturkatastrophe offenbaren das Fehlen einer Infrastruktur, die in solchen Situationen Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger garantieren sollte.

Als der Sturm Sonntags auf das Festland traf, befanden sich 11.000 Menschen in Notunterkünften. 30.000 Touristen wurden mit Militärflugzeugen evakuiert und in anderen Städten des Landes untergebracht. Insgesamt wurden durch das Unwetter Schäden von rund 900 Millionen US Dollar angerichtet.

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11.09.2014 Nachricht von Leticia Hillenbrand