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Indigene in Kolumbien fordern Teilnahme an Friedensgesprächen

Der Vorsitzende der Nationalen Indigenen Organisation Kolumbiens (ONIC), Luis Fernando Arias

Der Vorsitzende der Nationalen Indigenen Organisation Kolumbiens (ONIC), Luis Fernando Arias

Quelle: cms.onic.org.co

San Francisco/Cauca, Kolumbien. Der Vorsitzende der Nationalen Indigenen Organisation Kolumbiens (ONIC), Luis Fernando Arias, hat erneut die direkte Teilnahme an den Friedensgesprächen zwischen Regierung und FARC-Guerilla gefordert. Die Auswirkungen des bewaffneten Konfliktes in den Gebieten der indigenen Gemeinschaften müssten berücksichtigt werden, so Arias.

Aktueller Anlass für das Drängen der ONIC ist die Erschießung von zwei Angehörigen der indigenen Wachen durch Milizionäre der FARC in Cauca in der vergangenen Woche. Die Wachen hatten ein Transparent zum Todestag des Guerillakommandanten Alfonso Cano entfernt und versucht, die Milizionäre zu entwaffnen, die es angebracht hatten. In einer "Dringlichkeitserklärung" bedauerte die Friedensdelegation der FARC den Vorfall und bezeichnete zugleich ein in Cauca kursierendes angebliches Kommuniqué der Guerilla, in dem 26 indigene Anführer mit dem Tod bedroht werden, als Fälschung.

Der Vorfall zeige, wie dringend notwendig die Teilnahme der indigenen Bewegung an den Gesprächen sei, sagte Arias. Er war vor einem Monat an der dritten Gruppe der Opfer beteiligt, die sich in Havanna am Dialog beteiligte. Dort habe er bereits die Entsendung einer indigenen Delegation vorgeschlagen. Beide Seiten hätten dies akzeptiert, es geschehe aber nichts, klagte der ONIC-Vorsitzende.

Indes haben mehrere indigene Organisationen des Departements Cauca die Guerilla in einem offenen Brief gebeten, den Friedensdialog fortzusetzen und jegliche Unterstützung für eine politische Verhandlungslösung angeboten, um den bewaffneten Konflikt zu beenden. Zugleich plädierten sie für eine sofortige beidseitige Waffenruhe. Diese Forderung, die von den FARC wiederholt vorgebracht wurde, hat die Regierung von Präsident Juan Manuel Santos stets zurückgewiesen. Die Indigenen betonen nun in ihrem Schreiben, dass "die Durchsetzung des bilateralen Waffenstillstandes eine wirkliche Manifestation des Willens zum Frieden" wäre.

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