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03.12.2014 Bolivien / Militär / Politik

Journalisten machen Mörder von Che Guevara ausfindig

Statue von Che Guevara am Ort seiner Ermordung in Bolivien

Statue von Che Guevara am Ort seiner Ermordung in Bolivien

Lizenz: CC by-sa 3.0

Bolívia. Zwei Journalisten der spanischen Tageszeitung El Mundo geben an, den Mörder des argentinisch-kubanischen Revolutionärs Ernesto Che Guevara ausfindig gemacht zu haben. Nach Angaben der Autoren Ildefonso Olmedo und Juan José Toro hatte der ehemalige bolivianische Militär Mario Terán Salazar Guevara hingerichtet, nachdem er im Oktober 1967 in einer gemeinsamen Aktion von US-Geheimdienstlern und bolivianischen Militärs festgenommen wurde.

Terán Salazar weist die Verantwortung für den politischen Mord von sich. Dennoch weist ein Brief auf seine Täterschaft hin. Das Schreiben wurde nun von seinem ehemaligen vorgesetzten General, Gary Prado, öffentlich gemacht. Darin heißt es, Salazar habe in der Nacht des 9. Oktobers 1967 die Schüsse auf den Gefangenen angegeben. Die Angaben des Generals a.D. stützen sich auf Aussagen des Untergebenen.

Der schriftlichen Aussage des Generals zufolge gab die damalige bolivianische Regierung nach der Festnahme Che Guevaras den Befehl, ihn ohne Verfahren hinzurichten. Der an der Aktion beteiligte Oberst Joaquín Zenteno gab den Befehl an Terán Salazar weiter, der ihn in der Schule des Ortes La Higuera ausführte.
In dem Brief an den Generals heißt es: "... daraufhin machte ich einen Schritt zurück in den Türrahmen, schloss die Augen und gab eine erste Salve ab. Der Che fiel zu Boden, seine Beine (von den Kugeln) zerfetzt. Er begann sich zu winden und verlor viel Blut. Ich nahm mich zusammen und gab eine weitere Salve ab, die seinen Arm, eine Schulter und das Herz traf."

Als Terán Salazar von den Journalisten von El Mundo auf den Brief angesprochen wurde, leugnete er seine Täterschaft. Zur damaligen Zeit habe es drei Soldaten mit seinem Namen im bolivianischen Militär gegeben.

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