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Erinnerung an Che Guevara in Leipzig

Veranstaltung am 50. Jahrestag des Besuchs in der sächsischen Universitätsstadt. Exklusive Bilder aus Archiven in Deutschland und Kuba
Ernesto Guevara inmitten von Studierenden.

Historisches Dokument: Ernesto Guevara inmitten von Studierenden in Leipzig. Im Hintergrund links ist Tamara Bunke zu sehen. Ausschnitt aus der Zeitung Neues Deutschland.

Quelle: Neues Deutschland

Leipzig. Mehrere hundert Personen haben in Leipzig am Mittwoch an einer Veranstaltung zum 50. Jahrestag des Besuches von Ernesto Che Guevara in dieser Stadt teilgenommen. Das Treffen mit Beteiligung mehrerer Zeitzeugen fand auf den Tag genau fünf Jahrzehnte nach dem Besuch des kubanisch-argentinischen Politikers im "Ring-Café" der sächsischen Metropole statt. Amerika21 unterstützte das Event, das von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen und der Solidaritätsorganisation Cuba Sí organisiert worden war.

Ernesto Guevara hatte von 13. bis zum 17. Dezember 1960 die DDR besucht. Auf der Podiumsdiskussion in Leipzig erklärte Kubas Botschafter Raúl Becerra am Mittwochabend den Hintergrund der Reise. Nach dem Sturz der Batista-Diktatur hatte sich das Verhältnis zwischen Kuba und den USA immer weiter verschlechtert. Die US-Regierung versuchte, die noch junge revolutionäre Regierung mit der Suspendierung von Zuckerkäufen unter Druck zu setzen. "In Berlin hatte Che deswegen unter anderem Verträge über Zuckerlieferungen abgeschlossen“, erklärte Becerra, der neben dem Herausgeber der Leipziger Lateinamerika-Zeitschrift Quetzal, Peter Gärtner, und der Mitarbeiterin von Cuba Sí, Miriam Näther, auf dem Podium saß.

Der sächsische Landtagsabgeordnete Volker Külow hatte im Vorfeld der Veranstaltung im Bundesarchiv ein Foto von Guevara gefunden, das den Politiker bei einem Treffen mit kubanischen und lateinamerikanischen Studierenden in Leipzig zeigt. Auf dem bislang unveröffentlichten Bild, das Mitte vergangener Woche erstmals in der Tageszeitung Neues Deutschland publiziert wurde, sind zum ersten Mal Guevara und Tamara Bunke gemeinsam zu sehen. Die deutschstämmige Argentinierin schloss sich später unter dem Tarnnamen Tania der Guerilla unter Führung Guevaras in Bolivien an und fiel am 31. August 1967.

Zu den Teilnehmern der Veranstaltung zählte auch der damals stellvertretende Leipziger Oberbürgermeister Karl-Heinz Blaurock. Gemeinsam mit anderen Funktionären hatte der Regionalpolitiker Guevara im Dezember 1967 kurzfristig empfangen und am Abend in das gleiche Café begleitet, in dem am Mittwoch die Veranstaltung stattfand. Der heute über 80-jährige übergab Kubas Botschafter zu Beginn des Events seine Originalnotiz über den Besuch Guevaras.

Mitorganisator Volker Külow hatte im Vorfeld auch den Fotografen ausfindig gemacht, der den Gast aus Kuba vor fünf Jahrzehnten begleitete, Horst Sturm, der damals für die Nachrichtenagentur ADN arbeitete, lebt heute 87-jährig in Berlin-Wilmersdorf. "Ich freue mich sehr, dass das erste gemeinsame Foto von Che und Tamara (Bunke) jetzt wieder entdeckt und noch zu meinen Lebzeiten veröffentlicht wird", sagte der ehemalige Bildreporter gegenüber der Tageszeitung Neues Deutschland.

Amerika21 veröffentlicht im Anhang zu diesem Artikel exklusiv drei weitere Bilder aus den Archiven der Prensa Latina. Sie zeigen Ernesto Che Guevara beim Besuch der Karl-Marx-Universität. Die Aufnahmen sind Teil eines Bildbandes über die ersten zehn Jahre nach der Kubanischen Revolution, der im Frühjahr 2011 im Rotbuch-Verlag erscheinen wird.

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