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06.12.2014 Argentinien / Politik / Wirtschaft

Wirtschaftsminister von Argentinien wegen "geheimer Absprachen" angezeigt

Welche Verbindung hat Argentiniens Wirtschaftsminister zu dem Broker Diego Marynberg?

Welche Verbindung hat Argentiniens Wirtschaftsminister zu dem Broker Diego Marynberg?

Buenos Aires. Der Unternehmer Juan Ricardo Mussa hat mit seiner Nichtregierungsorganisation “Paso por Paso Argentina“ Argentiniens Wirtschaftsminister Axel Kicillof wegen illegaler Bereicherung und Geldwäsche angezeigt. Er stützt sich dabei auf die Berichterstattung des Journalisten der Clarín-Gruppe, Marcelo Bonelli, von Anfang Oktober.

Kicillof wird beschuldigt, auf die Zentralbank eingewirkt zu haben, damit sie dem Investmentfonds Latam Securities Staatsanleihen im Direktkauf und zu vergünstigten Konditionen anbiete. Der Fonds gehört dem argentinischen Broker Diego Marynberg.

Der in New York lebende Marynberg war laut Clarín in mehrere Rechtstreitigkeiten verwickelt. Dabei ging es um die 1997 Pleite gegangene Bank Patricios, die seinem Schwiegervater gehörte, sowie einen Betrugsfall der russischen Bank Otkritie. Neben seinen Aktivitäten mit Latam Securities unterhielt Marynberg Geschäftsbeziehungen mit der venezolanischen Regierung von Präsident Hugo Chávez und war Berater der Zentralbank Venezuelas.

Während es aus dem Wirtschaftsministerium heißt, dass Kicillof und Marynberg sich nicht kennen würden, kursiert die Behauptung, dass Marynberg als informeller Berater Kicillofs im Streit mit den Hedge Fonds fungiere.

Die Verbindungsmänner zwischen Kicillof und Marynberg sollen der Vize-Wirtschaftsminister Emmanuel Alvarez Agis und Jorge Pepa, Vizepräsident von Marynbergs Investmentfirma Latam Securities sein.

Laut dem Journalisten Daniel Santoro, ebenfalls von der Clarin-Gruppe, soll Kicillof Informationen an Latam Securities herausgegeben haben. Der Fonds habe daraufhin argentinische Schuldentitel im Wert von 200 Millionen US-Dollar gekauft.

Santoro schreibt, dass nun die Hedge-Fonds, die seit Monaten mit Argentinien über die Rückzahlung der Staatsschulden streiten, einen Bericht herausgegeben haben, in denen sie die Anschuldigungen gegen Kicillof aufgreifen. Die Hedge-Fonds spekulieren, dass diese Absprachen der eigentliche Grund für den Rücktritt des Präsidenten der Zentralbank, Javier González Fraga, am 1. Oktober 2014 gewesen sei, da dieser die Absprachen entdeckt habe.

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