Kolumbien / Soziales

Polizei vertreibt Bewohner von Armenviertel in Kolumbien

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Bewohnerin der Comuna 8 vor ihrer zerstörten Hütte
Bewohnerin der Comuna 8 vor ihrer zerstörten Hütte

Medellín. Am gestrigen Donnerstag in den Morgenstunden sind Sondereinheiten der Polizei in das Armenviertel "Comuna 8" in Medellín eingedrungen. Die bewaffneten Einheiten zwangen die Bewohner zum Verlassen ihrer Häuser. Wie Menschenrechtsorganisationen bestätigen, gab es keine vorherigen Ankündigungen der Aktion.

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Sondereinheiten der Polizei besetzten des Viertel
Sondereinheiten der Polizei besetzten des Viertel

Bereits seit einigen Wochen sollte das Viertel Medellíns geräumt werden, um Platz für einen sogenannten grünen Gürtel zu schaffen. In der Comuna 8 leben arme und benachteiligte, bereits von anderen Orten vertriebene Menschen. Das Viertel zählt zu einem der marginalisiertesten von Medellín. "Während die Regierung offiziell vom Ende des Konfliktes und der Vertreibungen spricht, bringt der geplante grüne Gürtel weitere gewaltsame Vertreibungen mit sich”, sagten Vertreter der Comuna 8 gegenüber amerika21.

Die Bewohner rufen internationale Menschenrechtsorganisationen dazu auf, die Zwangsräumungen öffentlich zu machen. Sie hätten keinerlei Möglichkeiten, neue Behausungen zu finden. Von der Regierung erhalten sie keinerlei Entschädigungen. Die Bewohner fordern die Regierung auf, ihr Viertel nicht abzureißen und kündigten an, ihre Unterkünfte mit friedlichen Mitteln zu verteidigen.

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