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Großmütter der Plaza de Mayo: "Enkel 116" gefunden

Ana Rubel und Hugo Alberto Castro

Ana Rubel und Hugo Alberto Castro

Buenos Aires. Der Sohn von Ana Rubel und Hugo Alberto Castro, der während der Militärdiktatur in Argentinien verschwand, ist identifiziert worden. Dies gab die Präsidentin der Großmütter der Plaza de Mayo, Estela de Carlotto, bekannt. Der "Enkel 116" wurde im Geheimgefängnis und Folterzentrum Escuela de Mecánica de la Armada (ESMA) in Buenos Aires geboren und sei bei einem Arzt aufgewachsen.

Ana Rubel und Hugo Alberto Castro waren Mitglieder der Argentinischen Befreiungsfront, als sie im Jahr 1977 verschleppt und in die ESMA gebracht wurden. Ana Rubel war bei ihrer Entführung im dritten Monat schwanger, ihr Sohn wurde im Juni 1977 geboren. Zwei Tage später wurde sie in in eine Kaserne verbracht und gilt seitdem als verschwunden. Eine Mitgefangene und Überlebende der Diktatur, Alicia Milia, war Zeugin der Geburt.

Der Sohn von Ana Rubel und Hugo Castro erfuhr erst im August dieses Jahres, dass das Paar, bei dem er aufgewachsen war, nicht seine Eltern sind. Zunächst verweigerten sie Informationen, schließlich erklärte der Mann: Er habe als Arzt Dienst im Krankenhaus Pedro Elizalde gehabt, als zwei Männer mit einem Frühgeborenen kamen. Da niemand das Kind für sich beansprucht habe, behielt er es und ließ es als sein eigenes registrieren.

Am 16. Oktober wandte sich der "Enkel 116" an die Großmütter der Plaza de Mayo. Sie ersuchten umgehend um eine DNA-Analyse bei der Nationalen Kommission für das Recht auf Identität. Das Ergebnis wurde am vergangenen Donnerstag bekannt gegeben. Der "Enkel 116" nahm sofort Kontakt zu Angehörigen auf und traf auch mit Alicia Milia zusammen.

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