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Unabhängigkeitspartei in Puerto Rico erwartet Ende des Kolonialstatus

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"Es lebe das freie Puerto Rico"
"Es lebe das freie Puerto Rico"

San Juan. Der Vorsitzende der puertorikanischen Unabhängigkeitspartei (PIP), Rubén Berríos Martínez, hat sich angesichts der Wiederherstellung der Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten davon überzeugt gezeigt, dass sich "das Ende des Kolonialismus in Puerto Rico" ankündige.

Da die USA nun begonnen hätten, ihre Politik gegenüber Kuba zu korrigieren, müssten sie auch ihre "Kolonialpolitik gegenüber Puerto Rico berichtigen". Für Berríos Martínez kündigen die von Havanna und Washingtons eingeleiteten Veränderungen auch eine neue Beziehung zwischen den USA und ganz Lateinamerika an. "Angesichts dieser neuen Realität ist es unvorstellbar, einen kolonialen Status aufrechtzuerhalten", sagte der ehemalige Senator und hob dabei die Rolle der Gemeinschaft Lateinamerikanischer und Karibischer Staaten (CELAC) hervor, die sich für die Selbstbestimmung und Unabhängigkeit Puerto Ricos ausgesprochen hat.

Ein erster Schritt müsse die Freilassung von Oscar López Rivera sein. Der 71 Jahre alte López ist seit 33 Jahren aufgrund einer Verurteilung wegen "aufrührerischer Verschwörung" in seinem Kampf für die puertoricanische Unabhängigkeit in den Vereinigten Staaten in Haft.

Zugleich appellierte der puertoricanische Politiker an Washington, die Großmachtpolitik aufzugeben. "Man kann nicht gleichzeitig eine Kolonie unterhalten und sich zum Vorkämpfer für Demokratie und freie Selbstbestimmung aufschwingen", bekräftigte der Vorsitzende der PIP. Der Sozialdemokrat erinnerte daran, dass in einer Volksbefragung 2012 rund 54 Prozent der puertoricanischen Wähler die Fortsetzung des von Washington im Jahre 1898 errichteten Kolonialstatus abgelehnt hatten. "In gut einem halben Jahrhundert hat sich über die Hälfte unserer Bevölkerung zur Auswanderung gezwungen gesehen", fügte er an, um dies als Beleg für das Scheitern der US-amerikanischen Kolonialpolitik anzuführen.

Puerto Rico ist seit 116 Jahren von den USA besetzt und hat seit Juli 1952 den Status eines "frei assoziierten Staates der USA" mit einem gewissen Grad an Autonomie. Das Komitee für Entkolonialisierung der Vereinten Nationen hat im Juni vergangenen Jahres einstimmig eine Resolution angenommen, die das Recht der Karibikinsel auf Selbstbestimmung und Unabhängigkeit bekräftigt.

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