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20.02.2015 Kuba / USA / Politik

Kuba verurteilt Fluchthelfer wegen Mordes

Siegel des Obersten Gerichtshofes von Kuba

Siegel des Obersten Gerichtshofes von Kuba

Quelle: tsp.cu

Havanna. In Kuba sind sieben Personen zu teils lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden, zwei davon wegen Mordes. Nach Angaben der staatlichen Tageszeitung Granma sollen die Beschuldigten im Juni vergangenen Jahres vier Kubaner zunächst ausgeraubt und dann ermordet haben. Die Opfer hatten ihre vermeintlichen Dienste als Fluchthelfer in Anspruch nehmen wollen.

"Unter Absprache hatten sie sich dazu entschieden, einen Plan zu entwickeln und durchzuführen, der darauf abzielte, eine Organisation zur illegalen Flucht über den Seeweg in die Vereinigten Staaten vorzutäuschen", schrieb die Granma. In der Folge habe die Gruppe fünf ausreisewillige Kubaner an den Strand Niña Bonita der westlichen Provinz Artemisa gelockt, um sie bei der Übergabe des Geldes auszurauben. Dabei ermordeten sie vier der fünf Ausreisewilligen.

Alle Mitglieder der Gruppe wurden zu Haftstrafen von mindestens acht Jahren verurteilt, die zwei verurteilten Mörder erhielten eine lebenslängliche Gefängnisstrafe.

Vor wenigen Wochen erst hatten kubanische Diplomaten das Ende des "Cuban Adjustment Act" gefordert, der seit 1966 die illegale und oftmals gefährliche Emigration auf dem Seeweg fördert, indem er jedem Kubaner bei Erreichen des Territoriums der USA den Erhalt der Staatsbürgerschaft ermöglicht.

Die Einwanderungspolitik der USA fördere den Menschenhandel und setze die Beteiligten großen Risiken aus, heißt es aus Havanna. Washington betonte indes, dass das Gesetz nicht zur Verhandlung stehe. Dennoch fürchten viele Kubaner das baldige Ende der Bevorzugung kubanischer Einwanderer in den USA. Allein im Dezember 2014 wurden 481 Kubaner auf offener See von der US-Küstenwache aufgegriffen, 117 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

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