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Botschafter von Venezuela gegen US-Sanktionen, Russland besorgt

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Botschafter Maniglia, hier bei seiner Akkreditierung bei Bundespräsident Joachim Gauck am 17. Februar 2015
Botschafter Maniglia, hier bei seiner Akkreditierung bei Bundespräsident Joachim Gauck am 17. Februar 2015

Berlin/Caracas. Der Botschafter von Venezuela in Deutschland, Orlando Maniglia, hat sich in einer Erklärung gegen die jüngsten US-Sanktionen gegen Venezuela gewandt. "Das ist nach den Worten unseres rechtmäßig gewählten Präsidenten Nicolás Maduro Moros die bisher in der Geschichte Venezuelas gewaltigste Aggression der Vereinigten Staaten gegenüber unserem Land", so Maniglia, der seit einigen Wochen in Deutschland akkreditiert ist. Diese Art von Maßnahmen lasse auf ein Unvermögen schließen, die venezolanische Realität zu verstehen. Die US-Regierung könne offenbar nicht die Existenz einer souveränen, vom Volk verabschiedeten Verfassung zu akzeptieren.

"Bereits während des Putschversuches gegen Hugo Chávez Frías vom 11. April 2002 wurde die Funktionalität der konstitutionellen Verfahrensweisen unter Beweis gestellt", schreibt der Botschafter weiter. Dieser Putsch sei auf internationaler Ebene sehr schnell vom damaligen US- Präsidenten George W. Bush anerkannt worden. "Das venezolanische Volk lehnte diesen feigen Akt jedoch ab" und habe den rechtmäßigen Präsidenten erneut in sein Amt gebracht und die Verfassung in Kraft gesetzt.

Das russische Außenministerium hat indes seine Sorge über die Entwicklung der Lage in Venezuela erklärt und die US-Regierung beschuldigt, den Druck auf die Regierung in Caracas "in aggressiver Weise" zu erhöhen. "Wir verfolgen mit Sorge zunehmend negative Tendenzen, kraft derer die Lage in der Bolivarischen Republik Venezuela, mit der Russland freundschaftliche und strategische Verbindungen pflegt, destabilisiert wird", heißt es in der Erklärung. Die Entwicklung stelle eine "Gefahr für die demokratische Stabilität" in dem südamerikanischen Land dar. Dies könne "schwere Auswirkungen auf die gesamte lateinamerikanische Region haben", heißt es in der Erklärung aus Moskau weiter.

Derweil hat die Union Südamerikanischer Nationen (Unasur) eine Sondersitzung der Außenminister für den 14. März anberaumt, um die Zuspitzung des Konfliktes durch die US-Regierung zu beraten. Beantragt hatte das Treffen der ecuadorianische Präsident Rafael Correa. Nach Auskunft von Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño wird die Zusammenkunft in Quito stattfinden.

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