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18.03.2015 Venezuela / Politik

Umfrage sieht PSUV bei Parlamentswahlen bei 43,6 Prozent

Wählerin in Venezuela – hier bei den Präsidentschaftswahlen 2012

Wählerin in Venezuela – hier bei den Präsidentschaftswahlen 2012

Caracas. Die in Venezuela regierende Vereinigte Sozialistische Partei (PSUV) kann bei den Parlamentswahlen im Herbst dieses Jahres nach derzeitigem Meinungsbild mit 43,6 Prozent der Stimmen rechnen. Damit wirkt sich die Wirtschafts- und Strukturkrise in dem südamerikanischen Land weniger stark auf die Position der Sozialisten aus, als dies von Privatmedien bislang prognostiziert wurde. Das Institut "International Counsulting Services" (ICS) hat zwischen dem 10. und 12. Februar in 20 Bundesstaaten des Landes 1.300 Personen zu ihrer Stimmabgabe bei den nächsten Parlamentswahlen im Herbst befragt. Die Ergebnisse wurden in der Sendung des Journalisten und ehemaligen Regierungspolitikers José Vicente Rangel im Programm des Fernsehsenders Televen vorgestellt.

Auf die Frage, wen sie wählen würden, wenn heute die Parlamentswahlen wären, gaben 43,6 Prozent der venezolanischen Bevölkerung die sozialistische Partei PSUV an, während nur 31,6, Prozent ihre Stimme dem Oppositionsbündnis Tisch der Demokratischen Einheit (MUD) geben würden. 24,8 Prozent gaben an, dass sie noch nicht wüssten, für wen sie votieren würden. In Venezuela werden häufig Umfragen mit zum Teil stark variierenden Ergebnissen veröffentlicht.

Das Umfrageinstitut berichtete zudem, dass 57,2 Prozent der Venezolanerinnen und Venezolaner angaben, großes Vertrauen in die Regierung von Präsident Nicolás Maduro zu haben, die seit 2013 angeschlagene Wirtschaftssituation zu verbessern. Ausserdem gingen 56,4 Prozent davon aus, dass sich die wirtschaftliche Situation des Landes verbessern wird. 40,2 Prozent befürchteten eine Verschlechterung.

Venezuelas Wirtschaft steckt seit Jahren in einer Krise. Einer der Hauptgründe ist die nach wie vor hohe Abhängigkeit vom Erdöl und die damit einhergehende Überbewertung der Nationalwährung Bolívar. Die linksgerichtete Regierung hat es seit der Wahl des langjährigen Präsidenten Hugo Chávez Ende 1998 nicht geschafft, dieses strukturelle Problem zu lösen.

Das Umfrageinstitut ICS hat in der Vergangenheit eher günstige Zahlen für die Regierung publiziert. In einer weiteren Meinungserhebung kam das Institut Hinterlaces unlängst zu dem Schluss, dass wichtige politische Leitlinien der Regierung in der Bevölkerung immer noch Zustimmung finden. So werden zwei der umstrittensten wirtschaftspolitischen Vorgaben, die Wechselkurskontrolle und die beabsichtigte Anpassung der Benzinpreise, mit 63 zu 30 sowie mit 59 zu 39 Prozent von den Befragten unterstützt. Weiterhin ließen die aktuellen Zahlen auf eine Unterstützung für die Opposition von nur 18 Prozent schließen, während die Regierung eine Zustimmung von 36 Prozent genießt. Dagegen prognostiziert das traditionell eher der Opposition nahestehende Umfrageinstitut Datanálisis laut Medienberichten einen Rückgang der Unterstützung für das Regierungslager auf ein Niveau von 20 Prozent.

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