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20.03.2015 Mexiko / USA / Menschenrechte

Karawane 43 zieht durch die USA

Eltern der verschwundenen Studenten berichten über ihren Kampf für Gerechtigkeit. Treffen mit der Interamerikanischen Menschenrechtskommission geplant
Plakat zu Veranstaltungen der Karawane 43 in San Antonio, Texas

Plakat zu Veranstaltungen der Karawane 43 in San Antonio, Texas

New York. Die Eltern der seit über fünf Monaten verschwundenen Lehramtsstudenten aus Ayotzinapa haben gemeinsam mit Unterstützern am Mittwoch vor dem mexikanischen Konsulat in New York eine Protestaktion durchgeführt. Dies ist eine von 43 Stationen ihrer USA-Reise vom 14. März bis 22. April, bei der sie über das Verschwindenlassen der jungen Männer und über die Lage in Mexiko informieren.

An der sogenannten Karawane 43 nehmen acht Eltern teil, unter ihnen der Sprecher der Gruppe, Felipe de la Cruz, ihre Anwälte sowie zwei Lehramtsstudenten, darunter Omar García, Überlebender der Polizeiangriffe vom 26. September in Iguala. Die Tour begann in den texanischen Städten San Antonio, McAllen und El Paso und wird in drei Richtungen zum Pazifik, zum Landesinneren und zur Altlantikküste fortgesetzt.

Die Mitglieder der Karawane wollen vor allem die in den USA lebenden Mexikaner und Lateinamerikaner sowie Nichtregierungsorganisationen ansprechen und über ihren Kampf für Gerechtigkeit berichten. "Wir wollen gar keine Persönlichkeiten treffen. Wir wollen nur, dass die mexikanische und die Latino-Gemeinde erfahren, dass es in Mexiko keine Demokratie gibt", sagte de la Cruz. Die Gruppe ruft ihre Landsleute auch zu einem Wahlboykott bei den Regionalwahlen am kommenden 7. Juni auf. Aufgrund der gut dokumentierten Wahlmanipulationen im Land und der Zusammenarbeit zwischen Regierungsvertretern und der organisierten Kriminalität könnten keine fairen Wahlen stattfinden.

Die Karawane 43 plant auch, im Rahmen der Sitzung der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) am heutigen Freitag ihren Fall zum Thema "Lage der Menschenrechte in Guerrero, Mexiko" vorzustellen. Außerdem ist ein Treffen mit Vertretern der Menschenrechtsorganisation Amnesty International vorgesehen.

Der Sprecher der Elterngruppe, Felipe de la Cruz, bei einer Veranstaltung in New York

Die Eltern werben um Unterstützung für ihre Forderungen und verlangen nach wie vor die Fortsetzung der Ermittlungen im Fall des Verschwindenlassens ihrer Söhne im September vergangenen Jahres, damit die Verantwortlichen des Verbrechens vor Gericht gestellt werden und auch die Beteiligung des Militärs geklärt wird.

Zusammen mit Mitgliedern der Vereinigung der Landarbeiter aus El Paso wird die Karawane auf Einladung der lokalen NGOs und mit deren Unterstützung mehrere US-Bundesstaaten besuchen: New Mexico, Kalifornien, Oregon, Washington, Colorado, Texas, Alabama, Virginia, North Carolina, Nevada, Kansas, Minnesota, Wisconsin, Illinois und Ohio.

Indes planen die Angehörigen auch in Mexiko weitere Aktionen. So wollen sie heute ausländische Konsulate und Botschaften in Mexiko-Stadt symbolisch besetzen, um auf ihre Forderung nach Gerechtigkeit sowie auf die zunehmenden Menschenrechtsverletzungen im Land aufmerksam zu machen.

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Der Sprecher der Elterngruppe, Felipe de la Cruz, bei einer Veranstaltung in New York

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