Mehr als die Hälfte der Kinder in Mexiko lebt in Armut

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4,7 Millionen (11,9 Prozent) mexikanische Kinder leben in extremer Armut
4,7 Millionen (11,9 Prozent) mexikanische Kinder leben in extremer Armut

Mexiko-Stadt. Aus dem Jahresbericht des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef) für das Jahr 2014 geht hervor, dass mehr als die Hälfte der 40 Millionen Kinder und Jugendlichen in Mexiko arm sind. Besonders betroffen sind diejenigen, die in ländlichen Gebieten leben.

Der Bericht wurde unlängst vom Unicef-Büro in Mexiko vorgestellt, das gemeinsam mit dem Nationalen Rat für Soziale Entwicklung des Landes die entsprechenden Untersuchungen durchgeführt und die Statistiken bezüglich der Armut und der sozialen Rechte der Kinder aktualisiert hatte.

Das Dokument zeigt auf, dass 21,2 Millionen Kinder und Jugendliche (53,8 Prozent) unter Bedingungen der Armut und 4,7 Millionen (11,9 Prozent) in extremer Armut leben. Indigene Kinder "gehören weiterhin zum verwundbarsten Teil Bevölkerung", heißt es darin weiter. Besonderen Schutzes bedürften Kleinkinder, die kaum Zugang zur Gesundheitsversorgung haben.

Im Süden und Südosten Mexikos sind demnach mehr als 60 Prozent der Kinder und Jugendlichen von Armut betroffen, und 1,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren leiden an chronischer Unterernährung. In ländlichen Gebieten betrifft dies jedes dritte Kind, in der indigenen Bevölkerung sind es noch mehr. Die Sterblichkeit bei Kindern unter fünf Jahren ist in den Bundestaaten Guerrero, Chiapas, Pueblo und Oaxaca besonders hoch. Etwa 27 Prozent der Kinder unter einem Jahr haben keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung. 6,1 Millionen Kinder zwischen 3 und 17 Jahren gehen nicht zur Vorschule oder zur Schule. 2,5 Millionen zwischen 5 und 17 Jahren arbeiten.

Die Sozialprogramme müssten ihr Angebot vor allem für die ländliche Bevölkerung und die indigenen Gemeinden erweitern, fordert Unicef abschließend in dem Bericht.

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