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24.04.2015 Venezuela / Politik

Haftbefehl gegen Ex-Minister in Venezuela wegen Korruption

Wird per Haftbefehl gesucht: der ehemalige Transportminister für Luft- und Schifffahrt Venezuelas, Hebert García Plaza

Wird per Haftbefehl gesucht: der ehemalige Transportminister für Luft- und Schifffahrt Venezuelas, Hebert García Plaza

Quelle: aporrea.org

Caracas. Der ehemalige Transportminister für Luft- und Schifffahrt Venezuelas und Präsident der staatlichen Hafenbehörde Bolipuertos, Hebert García Plaza, wird wegen Unterschlagung öffentlicher Gelder mit internationalem Haftbefehl gesucht. Er soll während seiner Amtszeit im Jahr 2013 an illegalen Geschäften beim Kauf von drei Passagier- und Autofähren beteiligt gewesen sein. Der Militär im Rang eines Generals, der danach Ernährungsminister war, wurde von Präsident Nicolás Maduro im September 2014 entlassen.

Der Vizepräsident und zwei hochrangige Mitarbeiter von Bolipuertos sind in der Sache bereits in Haft, ein weiterer Angeklagter steht aus Altersgründen unter Hausarrest. Die für den Fall zuständige Richterin in Caracas, Nahilu Sanchez, hatte am Dienstag bei einer Anhörung dieser vier Beschuldigten vor Gericht bekannt gegeben, dass sie gegen den Ex-Minister einen Interpol-Haftbefehl beantragt habe, da dieser sich offenbar außer Landes befinde.

Wie die der Opposition nahe stehende Journalistin Sebastiana Barraez von der Wochenzeitung "Quinto Dia" via Twitter informierte, ordnete Sanchez außerdem die Festnahme von fünf Angestellten der staatlichen Schifffahrtbehörde INEA darunter auch der frühere INEA-Präsident Vizeadmiral Araújo und von fünf weiteren Mitarbeitern von Bolipuertos an. Nach Angaben von Barraez hatte der derzeitige Präsident von Bolipuertos, Julián Rafael Marchán Lugo, Anzeige gegen García Plaza erstattet und damit die Ermittlungen ins Rollen gebracht.

Der untergetauchte General leitete auch ein Jahr lang die "Oberste Behörde zur Volksverteidigung der Wirtschaft". Präsident Maduro hatte diese Präsidialkommission, in der die verschiedenen Ministerien sowie Vertreter der Bolivarischen Milizen und der Basisorganisation Frente Francisco de Miranda zusammenarbeiten, im September 2013 geschaffen und García Plaza persönlich ernannt. Die Behörde sollte die Regierungsmaßnahmen zur Sicherung von Produktion, Verteilung und Verkauf von Lebensmitteln koordinieren und damit zur Lösung der bestehenden Probleme bei der Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs beitragen. Auch sollte sie gegen Spekulation, das Horten von Gütern und Korruption vorgehen.

Die Regierung hat sich zu dem Fall bislang nicht geäußert.

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